Kalte Schnauze – Hundeblog

Ich habe Urlaub. Endlich! Noch nie habe ich mich so darauf gefreut, meinen Koffer zu packen und mit Cabo ins Allgäu aufzubrechen. Anstrengend war es die letzten Wochen, und irgendwo zwischen Alltag und Berufsstress habe ich mich verloren. Ein Termin jagte den nächsten, mal schnell mit dem Hund raus, flott etwas essen und dann weiter arbeiten. Fast jeden Abend war ich terminlich eingebunden. Mein eigenes Ich auf Autopilot gestellt. Doch so richtig bewusst geworden ist mir das auf meiner Autofahrt gen Süden.

Von der A61 über die A6 und A5 bis hin zur A8 und A7 schlug ich mich durch gefühlte 50 Autobahnbaustellen durch. Es machte mich nervös, ständig 80 bis 120 Km/h fahren zu müssen und nicht schneller fortzukommen. Als ich dann auf der A8 in einem 600 Meter langen Tunnel für 40 Minuten wegen eines Staus  zu einer Zwangspause genötigt wurde, holte ich tief Luft und fügte mich meinem Schicksal. „Du hast Urlaub“, sagte ich mir. „Siehe es als Zeichen, dass von nun an alles etwas langsamer geht.“ Nach sieben Stunden Fahrt kam ich dann am Urlaubsort an. Meine erste Nacht war unruhig: Keine Termine, keine Abgabefristen, nichts, an das ich unbedingt hätte denken müssen. Ein komisches Gefühl. Mal kurz gucken, was bei den sozialen Medien so geht. Doch der Handy-Empfang ist wie immer schlecht bis nicht vorhanden. Dann eben nicht.

An meinem ersten Urlaubsmorgen schnappte ich mir Cabo und Kamera nach dem Frühstück und machte mich auf den Weg, den Hopfensee zu umrunden. Etwas mehr als sechs Kilometer ist die Strecke lang, und in gut anderthalb Stunden zu schaffen. Gebraucht habe ich drei. Es geht nun alles etwas langsamer. An vier Sitzbänken habe ich ausgiebig Halt gemacht, an fast jeder Ecke entdeckte ich ein vermeintliches Fotomotiv, das bis ins letzte Detail ausgereizt werden musste. Ich nahm mir Zeit – für Cabo, für mich. Schnell mal ein Foto bei Facebook posten. Ach ne, geht ja nicht. Kein Empfang. Gut so!

Wieder zuhause, setze ich mich an den Rechner, um die 141 Fotos zu bearbeiten. Der Prozessor meines sieben Jahre alten Macbook ächzt, als er die verbliebenden 89 Fotos von RAW in JPEG umwandelt. Mehr als eine halbe Stunde brauchte es, um sie zu entwickeln. Mein iMac schafft das in weniger als 5 Minuten. Egal! Es geht halt alles etwas langsamer. So auch dieser Beitrag hier. Vor dem Essen habe ich ihn angefangen, nach dem Essen musste ich meinen vollen Bauch erstmal auf die Couch betten. Währenddessen lief der Foto-Upload – das Internet ist nicht das Schnellste. Und so ganz langsam kommt es auch in meinem Kopf an: Ich habe Urlaub. Endlich!

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