Kalte Schnauze – Hundeblog

Wenn zwei Männer mit drei Damen und fünf Hunden verreisen – behaupte ich mal – haben sie es nicht leicht. Darum waren wir so gütig und haben an einem ziemlich stürmischen und wolkenverhangenen Tag das Zepter aus der Hand gegeben und die Männer bestimmen lassen. War ja klar, dass die irgendwas mit Technik aussuchen würden. Da wir aber noch ganz am Anfang unseres Ostseeurlaubs standen und nicht wussten, ob wir sie zu einem späteren Zeitpunkt noch mal dringend brauchen würden, haben wir ihrem Wunsch nachgegeben und sind nach Ribnitz-Damgarten ins Technikmuseum Pütnitz gefahren.

Der geschichtsträchtige ehemalige Militärflugplatz, der vor und während des Zweiten Weltkriegs von der Deutschen Luftwaffe betrieben wurde, von  1948 bis 1952 Standort der Boddenwerft Damgarten war und danach bis 1994 der Sowjetarmee als einer der größten Flugplätze der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) diente, war das Objekt der Begierde unserer zwei Männer. Der Technik-Verein Pütnitz nutzt auf diesem Gelände am Saaler Bodden drei von noch fünf riesengroßen und einigermaßen gut erhaltenen Flugzeughallen als Museum bzw. Ausstellungsfläche. Zu sehen gibt es Technik im Alltag des ehemaligen Ostblocks. Dazu gehören unter anderem Fahr-, Schwimm- und Kettenfahrzeuge. Wer die Hallen besichtigen möchte, der muss sechs Euro Eintritt bezahlen. Wer allerdings nur einmal über das Gelände spazieren mag,  der kann das auch so.

Da wir die Männer gut aufgehoben fühlten zwischen all der ehemaligen Ostblock-Technik, sind wir Mädels mit den Hunden alleine aufgebrochen, um das Gelände zu erkunden und Fotos zu machen. Also wenn Hollywood noch mal einen Kriegsfilm drehen möchte, ich hätte da einen heißen Tipp. Aber Spaß beiseite: Irgendwie haftet diesem ehemaligen Militärgelände der DDR etwas Unheimliches an. Das mag natürlich Einbildung und bei Sonnenschein ganz anders sein, aber etwas mulmig war mir schon.

Und weil die Männer auch nach mehr als einer Stunde noch nicht damit fertig waren, den Technikkram zu bestaunen, haben wir noch eine etwa zehn Kilometer lange Wanderung gemacht – von der Moorheide über Beiershagen und Langendamm bis nach Dornbusch und wieder zurück zur Moorheide. Landschaftlich hielt sich die Strecke in Grenzen, da wir viel auf Asphalt laufen mussten. Einziges Highlight dieser Wanderung: ein Seeadlerpärchen, dass unmittelbar in einem Wald am Saaler Bodden ihren „Horst“ aufgeschlagen hatte. Leider waren die zwei so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht waren, sodass keine Zeit blieb, ein Foto von ihnen zu machen.

Als wir dann nach mehr als zwei Stunden vom Sturm durchgefroren und den Wind leid waren, konnten wir unsere Männer dann doch eher gebrauchen als gedacht. Denn anderthalb Kilometer vor dem Ziel, waren wir’s einfach satt und haben sie angerufen und gebeten, uns mit dem Auto entgegenzukommen und abzuholen. Die Männer waren guter Dinge und wir froh, ihnen einen Ausflug ins Technikmuseum Pütnitz gegönnt zu haben.

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