Kalte Schnauze – Hundeblog

Auge in Auge mit den Maaren der Vulkaneifel – Teil II

Ich hatte Blut geleckt. Nicht nur wegen der vielen Mückenstiche, die ich während unserer Wanderung am Sammetbach rund um das Holzmaar gesammelt hatte, sondern vor allem weil ich fasziniert von den Eifelmaaren war. Ich wollte mehr, oder auch maar. Darum beschlossen meine Freunde und ich am Tag unserer Abreise in ein weiteres Auge der Vulkaneifel zu blicken. Unser Ziel: das Immerather Maar. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kurzen Überraschungsbesuch von Eifelvulkanier Herbert Peck, den ich via Twitter kennengelernt hatte, ging es los.

Von Immerath über das Ueßbachtal und zum Immerather Maar
Das nahegelegene Immerather Maar im Örtchen Immerath kann vom Feriendorf Pulvermaar zu Fuß erreicht werden. Da es an dem Tag sehr warm war und der Weg nach Immerath über offenes Gelände führt, beschlossen wir – auch wegen der Hunde – mit dem Auto nach Immerath zu fahren und oberhalb des Dorfes einen Wanderparkplatz anzusteuern. Von dort starteten wir unsere Tour. Schon zu Beginn der Wanderung hatten wir einen genialen Blick auf das Immerather Maar. Ich konnte es kaum erwarten, das Ufer aus der Nähe zu sehen. Doch ich musste mich in Geduld üben, denn den Rundweg um das Immerather Maar hatten wir uns für den Schluss unserer Expedition ausgesucht.

Zunächst sollte unsere Wanderung ein Stück durch das Örtchen Immerath gehen, um dann über einen Feldweg in den Wald des Ueßbachtals zu gelangen. Die Navis waren eingeschaltet, die Wanderkarte griffbereit und die Entourage hochmotiviert – stets den Blick auf die Beschilderung „WE – Wendelinusweg“ und die Natur gerichtet. Die sanften Hügel mit ihren blühenden Wiesen, der weißblaue Himmel sowie der Charme des Dorfes Immerath zeigten sofort ihre Wirkung: Wir waren begeistert von unserer ausgewählten Route.

Am Waldrand angekommen mussten wir uns orientieren. Denn eine Beschilderung fehlte gänzlich, und die Navis zeigten die vor uns liegende Weggabelung nicht an. Dank Stephan, unserem Pfadfinder a.D., entschieden wir uns, dem linken Weg, tief in den Wald zu folgen. Denn wir wollten unbedingt am Ueßbach entlang gehen. Der mit hohem Gras bewachsene Pfad, machte zwar nicht den Eindruck, oft bewandert zu werden, doch wir ignorierten diesen Eindruck.

Wie sich herausstellte, hatte unser Pfadfinder alles im Griff. Denn schon bald trafen wir auf ein Wanderpärchen, das an einer Waldlichtung und einem gemütlichen Picknick-Platz mit groben Holzbänken und einem massiven Holztisch eine Rast einlegte. Wir grüßten freundlich und ließen das Paar hinter uns zurück. Vorbei an Schiefergestein, das an manchen Stellen teils stark aus der Felswand herausgebrochen war, ging es weiter durch den sehr abwechslungsreichen Wald. Und da hörten wir ihn auf einmal: den Ueßbach. Leise plätscherte er links von uns. Und dann konnten wir ihn auf einmal sehen – wie er sich seinen Weg langsam und gemächlich durchs Tal bannte. Ein kleiner Bauernhof, von dem Kinderstimmen zu vernehmen waren, lag direkt daneben. Ein idyllisches Bild, das wir eine Weile in uns aufsogen, während der Wind sachte durch die Blätter der Bäume wehte. Wie schön, dass auf einmal, nur wenige Meter weiter, eine großzügige Holzbank vor uns stand. Hier legten wir eine Pause ein, um uns und die Hunde abermals mit Wasser und einer kleinen Mahlzeit zu versorgen. „Guck‘ mal da!“, sagte meine Freundin Birgit plötzlich und zeigte auf eine üppige Wegebeschilderung. Auch die Wegweiser des Wendelinusweges tauchten wieder vor uns auf. Wir waren „on Track“. Die Damen konnten sich wieder an ihren Navis orientieren und der Pfadfinder schlug sich wohlwollend auf die Schulter, weil er die Wandertruppe so sicher durch das Niemandsland geführt hatte. Die Kunst des Kartenlesens ist schon von Vorteil. Danke Stephan!

Und so ging es nach unserer ausgiebigen Rast noch ein Stück weiter durch das Ueßbachteil – wobei wir nie richtig an den Bach herankamen und ihn nur aus der Ferne sehen konnten – vorbei an der Neumühle in Richtung Immerather Maar. Und da lag es auf einmal vor uns, das kleinste und auch mit einer Maximaltiefe von 2,80 Meter das flachste aller Eifelmaare. Wie beim Meerfelder und auch Eicholz Maar, wurde der Immerather Maarsee 1750 durch Vertiefung der Bachschlucht abgelassen und für die Landwirtschaft genutzt. Im Ersten Weltkrieg zwichen 1914 udn 1918 kümmerte sich niemand mehr um den Abfluss, sodass sich bis heute wieder ein flacher Maarsee bilden konnte. Da das Immerather Maar keinen Zufluss, sondern nur einen Abfluss hat, wird der See ausschließlich durch Niederschlag sowie Oberflächen- und Grundwasser gespeist.

Meine Geduld vom Anfang zahlte sich aus. Denn der Rundweg um das Immerather Maar ist zum Ende unserer Wanderung noch mal ein wahres i-Tüpfelchen: sehr abwechslungsreich, durch seine Wiesen- und Waldabschnitte und die schönen Kleinigkeiten am Wegesrand. Und so führte uns ein schmaler Pfad weg vom Immerather Maar, den Hügel hinauf zurück zu unserem Auto.

Fazit
Bis auf das Stück durch Immerath über die Felder zum Waldrand ist die Route schön schattig. Sie kann also auch bei warmen Temperaturen gut mit Hunden und ausreichend Wasser als Proviant gegangen werden. Denn Möglichkeiten für die Vierbeiner am Ueßbach zu trinken, gibt es nicht. Insgesamt überzeugt die Tour durch ihren Abwechslungsreichtum. Wiesen, Wälder, Bachtäler, Weitblicke und der Maarsee – hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. So ging es zumindest meinem Cabo nach der Wanderung. 😉

Feriendorf-Pulvermaar-0109

Zufrieden und glücklich: Mein Hund Cabo beim Sonnenbaden nach der Wanderung.

Unsere Tour zwischen Immerath, Lutzerath, Strotzbüsch und dem Immerather Maar findet ihr hier als GPS-Track zum Nachwandern.

14 CommentsLeave a comment

  • Vor etwa 45 Minuten stand ich noch oberhalb des Maar und blickte auf das heute fast gold-schimmernde Maar. Wieder ein wunderbarer Bericht zum ‚Nacherleben‘. Ja, und der Weg am Ueßbach entlang wird in erster Linie von Wildschweinen ‚begangen‘.

    Ein lieber Gruß vom Eifelvulkanier 🙂

    • Hallo Herr Peck,
      vielen Dank für den schönen Kommentar! Ich beneide Sie darum, dass sie in einer landschaftlich so außergewöhnlichen und wunderbaren Gegend wohnen und auch arbeiten.
      Die Wildschweine haben wir zum Glück nicht gesehen. Nur ihre Spuren konnten wir ausmachen. Aber solche Wege haben ja durchaus Charme. Und ich liebe es, wenn man weit und breit keiner Menschenseele begegnet.

      Viele Grüße aus dem Rheinland!

  • Wieder einmal ein toller Wanderbericht und tolle Fotos, vor allem das letzte Foto mit Cabo bringt so richtig den Abschluss einer tollen Wanderung rüber 😀 Auch finde ich deinen Schreibstil ganz toll, da werde ich sogar ein wenig neidisch 😉 ich bin da ja eher ein wenig „grob“ gestrickt 😀

    Viele Grüße, Klaus

    • Danke, Klaus! Das letzte Foto von Cabo habe ich extra für dich eingestellt, weil du ihn bei meinem letzten Bericht so schmerzlich vermisst hast. 😉

      Ich habe übrigens den ersten Teil noch um zwei Fotos von Cabo ergänzt. Du hattest vollkommen recht; er darf da nicht fehlen.
      Es freut mich riesig, dass du meinen Schreibstil so toll findest. Neidisch brauchst du aber nicht zu sein. Ich lese deine Berichte immer sehr gerne, die du oftmals auch mit viel Witz garnierst. Daumen hoch!

      Liebe Grüße
      Silvana

  • Ach wie schön ist die Gegen um die Maare herum. Mindestens einmal im Jahr reise ich dort an und genieße die wunderbaren Aussichten in die Felder und auf die Dörfer.

    Ja du schreibst total schön, da schließe ich mich meinen Vorkommentatoren an.

    Einen lieben Gruß an dich und Cabo
    Elke

    • Hi Elke, ich nehme mir ab jetzt auch vor mindestens einmal im Jahr der Vulkaneifel einen Besuch abzustatten. Es hat mir dort wirklich sehr gut gefallen. Es ist schon verrückt, dass so viel Schönes unmittelbar vor unserer Haustür liegt und nur darauf wartet entdeckt zu werden.

      Danke auch dir für dein Kompliment, was meinen Schreibstil betrifft. Das gibt mir sehr viel. Genauso wie das Schreiben für dieses Blog. Es ist für mich jedes Mal eine kleine Auszeit vom beruflichen Schreiben. Da geht es häufig um sehr komplexe technische und chemische Dinge. Beim Bloggen bekomme ich den Kopf wieder frei, bin nicht an Vorgaben gebunden und kann mit der Sprache experimentieren und mich nach Belieben ausprobieren. Das wiederum gibt mir wieder Schwung und neue Ideen fürs berufliche Schreiben. 🙂
      Einen lieben Gruß zurück an dich und einen dicken Knuff von Cabo an Spike!
      Silvana

  • Da möchte man sofort die Wanderstiefel schnüren…. wunderschön!
    Ich überlege, eine mehrtägige Wanderung mit Hund und Kind (schon größer) durch die Eifel zu machen (im Herbst allerdings). Kennst du zufällig eine nette Wanderroute mit hundefreundlichen Übernachtungsmöglichkeiten auf der Strecke? Oder einen guten Wanderführer, der mir da weiterhelfen kann?
    Ansonsten schaue ich hier gerne wieder vorbei und hole mir Inspiration!
    Liebe Grüße
    Uta

    • Hallo Uta,

      lieben Dank für deinen Kommentar und deine Anfrage. Grundsätzlich würde ich dir für eine mehrtägige Wanderung die Etappen des Eifelsteigs empfehlen. Die kann man ganz individuell planen und erwandern. Links und rechts der Etappen gibt es auch viele Unterkunftsmöglichkeiten. Schau‘ doch einfach mal auf der Seite des Eifelsteigs nach: http://www.eifelsteig.de/eifelsteig/wandertour-eifel/
      Dort findest du eigentlich alle Antworten auf deine Fragen. Da ich mit meinen Freunden und den Hunden immer auf Campingplätzen unterwegs bin, kann ich dir zu Übernachtungsmöglichkeiten wie Pensionen etc. gar nicht viel sagen. Kontaktiere doch einfach mal Tom und Alex von „Ein Blog namens Wander“ oder Elke Bitzer von „Fotografische Reisen und Wanderungen. Die 3 sind auch mit Hund unterwegs und quartieren sich hier und da auch schon mal für ein Wanderwochenende irgendwo ein. Die können dir bestimmt auch weiterhelfen. Hier die Links: http://einblognamenswander.de/ http://fotografischereisenundwanderungen.com/

      BTW: Schöne Internetseite, die du da zusammen mit Julia betreibst! Da werde ich jetzt auch mal öfter gassigehen.

      Liebe Grüße zurück!
      Silvana mit Cabo

  • Aug in Aug mit den Maaren der Vulkaneifel Teil II – hat gelohnt sich darauf zu freuen. Wunderbar beschrieben, Silvana, das macht wieder einmal Lust auf die Maare der Vulkaneifel.

  • Die beschriebenen Gesteinsabbrüche hatte ich schon wieder vergessen. Danke dass du mich wieder daran erinnert hast, denn ich fand sie sehr beeindruckend!
    Teil 2 überzeugt durch feine Wortspiele, insgesamt sehr gut gelungen!

    LG Birgit

    • Ja, das waren sie wirklich, Birgit. Ich habe da sogar ein Foto von gemacht, aber irgendwie vergessen hochzuladen… :-/
      Es freut mich, dass dir Teil II so gut gefällt – vor allem weil du ja live dabei warst. (y)

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

%d Bloggern gefällt das: