Kalte Schnauze – Hundeblog

Camping mit Hund im Campingpark „Bergisches Land“ in der Gemeinde Lindlar

Oder: Wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen. Ja, ich weiß. Abgedroschene Phrase. Pfui! Soll man nicht machen in Texten. Aber genauso haben wir es über unser verlängertes Wochenende auf dem Campingplatz in Oberbüschem, einem Ortsteil der Gemeinde Lindlar im Bergischen Land, erlebt. Von unserem Platz hatten wir einen tollen Blick auf die Wiesen und den Waldrand im Tal. Und genau dort haben wir an einem Abend einen Fuchs mit dem Fernglas entdeckt, der über die Hügel schnürte. Kurze Zeit später hoppelte ein Hase ins Bild, während am Waldrand ein Reh mit seinem Kitz auftauchte, das vom satten Gras angelockt wurde.

Ganz weit hinten im Tal haben wir Fuchs und Hase mit dem Fernglas beobachten können.

Ich hätte den Einstieg in diesen Blogbeitrag auch anders beginnen können. Nämlich wie ich Samstagmorgen um 8 Uhr, in meinem Zelt liegend, von einem Betreuer mit starkem Organ unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde, weil er seine Kinderschar fröhlich über den gesamten Campingplatz schalmeiend zum Brötchenholen animierte: „Soooooooo, Kinder! Wir holen jetzt die Bröööööötchen!“ Hui, da stand ich senkrecht auf meiner Luftmatratze! Aber ich schweife ab.

Der Campingpark im Bergischen Land stand lange auf meiner To-Camp-Liste

Vor allem weil Freunde von mir dort sehr gerne hinfahren und nur Gutes zu berichten wussten. Und genau mit diesen bin ich über Fronleichnam ins Bergische Land hinter Köln aufgebrochen. Plätze hatten wir sicherheitshalber reserviert, weil es über solche Feiertage erfahrungsgemäß voll wird.

Und genauso war es auch. Campingpark-Besitzerin Petra Baldsiefen empfing uns herzlich, sagte aber direkt zu Beginn, dass sie so gut wie ausgebucht wäre. Trotzdem hatte sie für uns ein schönes Plätzchen vorgesehen, wo auch ich mein Zelt aufstellen konnte und es nicht weit zu den Sanitären Anlagen hatte.

Campingpark im Bergischen Land

Links geht es zur Anmeldung, rechts geht es hoch zu den Plätzen.

Eigentlich gibt es im Campingpark „Bergisches Land“ eine großzügige Zelterwiese oberhalb des Platzes, direkt am Waldrand. Da ich aber gerne mit meinem Freunden zusammenstehe, muss ich gucken, dass ich einen Stellplatz mit ausreichend Rasen erwische, um meinen Zeltboden nicht kaputt zu machen. Und genauso einen hatte Petra Baldsiefen für mich vorgesehen. Perfekt. Die Zeltheringe gingen zwar recht schwer in den Boden, aber dafür weicht dieser bei viel Regen auch nicht auf.

Campingpark im Bergischen Land: Strom- und Wasseranschluss direkt am Platz.

J. w. d. – janz weit draußen

So lässt sich die Lage des Campingparks “Bergisches Land“ am besten beschreiben. Der Ortsteil Oberbüschem, der zur Gemeinde Lindlar zählt, liegt in der Tat sehr weit ab vom Schuss. Der Campingplatz ist über die Landstraße 248 zu erreichen. An der Straße Oberfeld geht es vom etwa acht Kilometer entfernten Zentrum Lindlars links hoch nach Oberbüschem. Doch Vorsicht: Bei Gegenverkehr wird es auf dieser Straße schon mal eng.

Ich bin Fan von „J. w. d. Campingplätzen“. Da ist es mir auch egal, wenn ich mal etwas weiter fahren muss, weil die Essensvorräte sich dem Ende neigen. Hauptsache ich bin sofort mit Cabo im Grünen und kann das Auto stehen lassen, wenn ich spazieren oder wandern gehen möchte. Und genau das kann man vorzüglich vom Campingpark „Bergisches Land“. Ob auf dem zwölf Kilometer langen Kulturlandschaftsweg, einem Themenwanderweg der Lindlar Touristik. Oder auf dem 55 Kilometer langen L-Weg, einem Rundweg, der durch die Höhen und durch die Täler der Ortschaften von Lindlar führt und in Etappen erwandert werden kann. Oder einfach um dem Campingplatz, durch den Wald und die kleinen Weiler drum herum. Herrlich!

Der Campingpark selbst liegt direkt am Hang und ist aufgrund dieser Lage terrassenförmig angelegt. Die Anmeldung befindet sich am Fußes der Anhöhe, dann folgen eine kleine Gaststätte mit Biergarten und Kiosk sowie die Touristenstellplätze. Diese sind 100 Quadratmeter groß und bieten für Wohnmobile, Auto-Wohnwagen-Gespanne oder Zelter mit Auto genügend Platz. Wasser und Strom sind ebenfalls vorhanden.

Wie schon erwähnt, befindet sich die Zelterwiese am höchsten Punkt ganz oben auf dem Campingplatz. Direkt daneben haben Petra Baldsiefen und ihr Mann Frank eine großzügige Spielfläche für Kinder errichtet, die vor allem kleine Fußballfan-Herzen höher schlagen lässt. Überhaupt ist der Campingpark ein Kinderparadies. Es gibt Ziegen, die gestreichelt werden können und ein großes Gehege mit Hasen und Meerschweinchen, die sich in einem alten ausrangierten Wohnwagen zum Schlafen zurückziehen können.

Hunde sind im Campingpark willkommen

Die Campingpark-Betreiber haben auch an die vierbeinigen Urlaubsgäste gedacht. So gibt es hinter der Zelterwiese eine Hundespielwiese, die komplett eingezäunt ist. Dort können die Hunde frei laufen, toben oder mit Herrchen und Frauchen apportieren, Frisbee spielen oder ein wenig Agility machen. Für dreckige Pfoten gibt es im Sanitärgebäude einen Extra-Raum mit Hunde-Dusche. Ähnlich wie bei einem Hundefriseur, ist die Wanne zum Abduschen für die Hunde über eine Rampe zu erreichen.

Drei Holzfässer und zwei Ferienwohnungen ergänzen das Angebot

Außerdem gibt es auf dem Campingplatz zwei Ferienwohnungen sowie drei Holzfässer, die man mieten kann. In diesen Unterkünften sind Hunde allerdings nicht erlaubt. Gerade bei den Holzfässern finde ich das schade, weil ich die gerne mal mit Cabo ausprobieren würde. Vor allem wenn das Wetter gerade mal nicht so Zelter-freundlich ist. Nun ja.

Drei Holzfässer (Pods) gibt es im Campingpark im Bergischen Land, die gemietet werden können. Leider nicht mit Hund.

Modernstes und sauberstes Sanitärgebäude, das ich bisher auf einem Campingplatz gesehen habe

Was auf dem Campingplatz sofort ins Auge sticht, ist das zentral gelegene Sanitärgebäude. Es wurde im Mai 2015 eröffnet und verfügt über jeden Komfort, den man sich als Camper wünscht. Oder sagen wir so: den ich mir wünsche. Es ist alles super sauber und modern.

Das im Mai 2015 errichtete Sanitärgebäude des Campingparks Bergisches Land.

Von den WC-Räumen hat man einen tollen Ausblick auf den Platz und das Bergische Land. Da kann das Händewaschen schon mal etwas länger dauern, weil der Blick automatisch in die Ferne schweift. Was ich an den Toiletten besonders schätze, ist, dass jede Kabine in sich geschlossen ist. Man genießt beim Toilettengang somit mehr Privatsphäre als auf anderen Plätzen, wo die Kabinen am Fuß grundsätzlich geöffnet sind.

Die Duschen sind großzügig und sehr gepflegt. Normalerweise gehe ich auf Campingplätzen nur mit Badelatschen duschen. Im Campingpark „Bergisches Land“ würde ich es glatt ohne tun. Übrigens ist das Duschen dort kostenlos. Zum Sanitärgebäude gehören noch ein Waschmaschinen- und Babywickelraum sowie ein Behinderten-WC und ein separater Spülraum.

Mein Fazit nach drei Nächten und vier Tagen im Campingpark „Bergisches Land“

Wie eingangs geschrieben, war es an dem Fronleichnams-Wochenende brechend voll auf dem Campingplatz. Da bin ich überhaupt kein Freund von. Aber manchmal lässt sich das nicht vermeiden, wenn man zu einer Zeit wegfahren will oder nur kann, die für viele attraktiv ist.

Jetzt werden vielleicht manche von euch aufschreien oder verständnislos mit dem Kopf schütteln: Mir waren zu viele Kinder auf dem Platz. Ja, der Campingpark ist kinderfreundlich. Keine Frage. Aber ich behaupte, wenn nicht gerade Stoßzeit ist wie an den verlängerten Wochenenden im Mai/Juni, dann kommen sich Kinder und kinderlose Menschen dort kaum in die Quere.

Nun hatten wir mit unseren Campingnachbarn auch noch Pech: ein cholerischer Vater mit seinen drei Kindern, von denen immer eines weinte, brüllte oder Blödsinn machte. Waren die Kinder mal ruhig, dann brüllte der Vater sie an. Ob draußen oder im Wohnwagen. Einen Grund konnten wir für diese HB-Männchen-Aktion jedoch nie feststellen. Rücksichtnahme war dem Familienoberhaupt ein Fremdword. Ruhig und entspannend war das jedenfalls nicht.

Sowieso herrschte auf dem kompletten Platz an dem Wochenende ein Grundrauschen aus spielenden, schreienden, rennenden, radelnden, skatenden und weinenden Kindern. Ich bin das nicht gewohnt, und Cabo auch nicht. Und wenn ich ehrlich bin, hat mich das unterschwellig gestresst.

Campingidylle nach einer schönen Wanderung.

Mir ist aber klar, dass dieses Wochenende ein verzerrtes Bild wiedergibt. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass es, selbst jetzt in den Ferien, nicht so voll auf dem Campingplatz ist wie über Fronleichnam. Selbst Campingpark-Betreiberin Petra Baldsiefen sagte, das an dem Wochenende Ausnahmezustand war und es sonst nicht so ist. Beim Spülen musste man anstehen, die Duschen waren zu den Stoßzeiten besetzt, nur bei den Toiletten gab es nie einen Engpass.

Trotzdem würde ich noch mal wiederkommen. Denn der Campingplatz ist wunderschön in die Hügel des Bergischen Landes eingebettet, hat ein Top-Sanitärgebäude, das trotz der vielen Menschen immer gepflegt war, und bietet aufgrund seiner Lage viele Wandermöglichkeiten. Petra Baldsiefen ist immer für ihre Gäste da, läuft über den Platz, erkundigt sich, ob alles Okay ist und gibt Hilfestellung bei Ausflügen sowie Wandertipps.

Wir hatten an dem Wochenende Pech. Das nächste Mal suchen wir uns über die Feiertage einen Platz aus, der nicht im Ballungsgebiet einer Millionenstadt liegt. Fuchs und Hase gerne wieder. Nur keinen schalmeienden Betreuer und keine Kinderscharen mehr. Das war mir zu viel Trubel.

13 CommentsLeave a comment

  • ACHT Uhr Silvana,

    da bin ich schon zwei Stunden in der Natur, hi hi
    Aber mir geht es genauso, zu viel Trubel auf den Plätzen wäre für mich auch Stress. Früher mit meinen Söhnen war es mir wurscht, heute habe ich zartere Nerven. Trotzdem, wenn ich bei Dir lese, kommt die Sehnsucht nach Camping wieder zurück und wer weiß, vielleicht kaufe ich mir ein Zelt und den Rest Zubehör doch noch einmal.

    Ein gründliches Umschauen in Deinem Blog wäre dann für mich Pflicht und Kür

    Vielen Dank für den kurzweiligen Text
    und liebe Grüße
    Elke

    • Haha, ja. ACHT Uhr. Der frühe Vogel kann mich mal. 😃 Ich bin halt schon immer ein Morgenmuffel. Früh aufstehen liegt mir gar nicht. Und wenn ich es nicht muss, dann ist 8 Uhr früh. Zumal es auf dem Campingplatz echt noch total ruhig war, als der Betreuer da rum schrie. Zelten wird nicht für immer mein Camping-Dasein bestimmen. Ein Wohnwagen wäre schon schön irgendwann. Es ist doch komfortabeler.
      Aber ich will dich in deinem Vorhaben nicht beeinflussen. 😊
      Liebe Grüße
      Silvana

      • Wohnwagen ist für mich leider nicht finanzierbar, wenn dann Camping. Wenn ich die Ausstattung nicht mehr benötige, habe ich reichlich Nachwuchs zum weiter verschenken 😉
        Meine Nächte waren immer schon kurz, fünf Uhr aufstehen auch in den Ferien, nicht selten. An dieser meiner Unternehmungslust am frühen morgen, reiben sich auch meine Wanderfreundinnen sehr 😉

        Liebe Grüße
        Elke

  • Hi Silvana!

    Bei meinen letzten Zelturlauben bin ich meist von dem Hasenmaskottchen, das tolle (?) holländische Lieder sang und über den Platz lief, geweckt worden.
    Kindergewusel nervt mich eigentlich nicht, trotzdem sollten auch Eltern oder Betreuer neben all der Lebensfreude mal Vorbild sein. So ein cholerischer Vater geht ja gar nicht und fände ich als Nachbarn auch furchtbar.
    Im Bergischen Land war ich ja noch nie. Möchte ich aber unbedingt mal, weil meine Omma daher kommt. Dein Foto mit den Fachwerkhäusern erinnert mich an alte Bilder aus dem Familienalbum.

    Liebe Grüße
    Carolin

    • Hasenmaskottchen am Morgen, vertreiben Kummer und Sorgen. 😄

      Es wartet noch ein Wanderbericht über zwei Touren im Bergischen darauf geschrieben zu werden. Wir haben an dem Wochenende nicht nur Camping gemacht, sondern sind auch zwei schöne Runden gegangen. Daher kann ich dir nur empfehlen, mal ins Bergische zu fahren.
      Liebe Grüße
      Silvana

  • Hi Silvana, super Tipp. Danke dir! 🙂 Wir machen in wenigen Wochen auch unsere erste Campingtour mit den Hunden + Wohnmobil. Ich suche derzeit noch nach schönen Campingplätzen auf denen die Hunde auch willkommen sind. (Sie sind nicht unbedingt klein und damit recht auffällig 😀 )
    Du hast ja schon so einen schönen Artikel über euren Urlaub in Nordholland geschrieben. Unsere Route wird uns wahrscheinlich über Holland, Belgien und Frankreich führen. Hast du da spontan Tipps für Campingplätze, die für Hund und Mensch schön sind? (also eher natürlich und nicht so übergroß?)
    Ganz lieben Dank und Gruß
    Jasmina, Sunny und Pan

    • Hey Jasmina, lieben Dank für deinen Kommentar. Da bin ich mal gespannt, wie euch die Campingtour mit Wohnmobil gefällt. 🙂
      Leider kann ich dir so viele Tipps für deine Tour nicht geben, die passend auf dem Weg liegen. In Belgien war ich bisher nur in der Nähe von Malmedy: Camping du Moulin.https://www.campingmalmedy.be/ Der Platz ist wunderschön. Viele Wandermöglichkeiten direkt vor Ort. Nur die Sanitäranlagen sind nicht die besten. In Frankreich war ich noch nie. Weder mit Hund noch sonst irgendwie. Vielleicht wirst du ja bei Waumobil unter „Tipps & Infos“ fündig. http://waumobil.de/
      Und in Holland kann ich dir Scharendijke empfehlen. Der Browersdam ist toll, weil man dort mit dem Wohnmobil hinfahren kann und direkt an der See und am Strand ist. Übernachtet haben wir dort auf dem Campingplatz Strandloper. http://www.destrandloper.nl/de/

      Tut mir leid, dass ich dir nicht mehr helfen kann.

      Viele Grüße
      Silvana

  • Hallo Silvana,

    stimmt doch gar nicht, das waren doch schon tolle Tipps mit Scharendijke usw. 🙂 DANKE DIR. Vielleicht durchfahren wir Belgien auch einfach nur. Bisher habe ich da auch noch nichts super attraktives gefunden.

    Ein dickes Danke – ich durchforste jetzt mal die Links.
    LG und ein schönes Wochenende
    Jasmina

  • Als du die Holzfässer beschrieben hast, hat unser Herz einen Hüpfer gemacht. Und dann – keine Hunde erlaubt. Schade. Dennoch – den Platz werden wir bestimmt mal ausprobieren! Danke für den Bericht.

    • Ja, ich war auch traurig, dass die Holzfässer mit Hunden keine Option sind. Die Campingplatz-Besitzer haben lange überlegt, ob sie es machen sollen oder nicht. Letzten Ende haben sie sich wegen der Hundehaare in den Holzritzen dagegen entschieden. Denen wird man einfach nicht Herr und wenn dann mal ein Allergiker kommt, ist das natürlich nicht so gut. Ich kann die Entscheidung verstehen, schade finde ich sie trotzdem.
      VG Silvana

  • Hey,

    danke für diesen tollen Eintrag.
    Von den Bildern her sah es ja richtig super aus.
    Naja und manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

    Naja manchmal hat man Glück mit den Nachbarn manchmal nicht.
    Aber ich hoffe ihr hatte trotzdem eine schöne Zeit.

    lg
    Larry

    • Ja, Larry. Da gebe ich dir recht. Manchmal hat man Glück mit den Camping-Nachbarn, manchmal weniger. Wie schon geschrieben, halten mich meine Erfahrungen an Fronleichnam nicht davon ab, noch mal zum Campingpark im Bergischen Land zu fahren. Die Ecke ist einfach zu schön!

      VG Silvana

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