Kalte Schnauze – Hundeblog

Der Premium-Wanderweg Molenplas: Kleine Tour, großer Bericht

Für diesen Premium-Wanderweg der Wasser.Wander.Welt. habe ich tatsächlich mehrere Anläufe gebraucht: Molenplas. Oder zu deutsch Mühlensee. Zum einen habe ich mich immer davor gescheut, fast 50 Kilometer mit dem Auto zu fahren, um einen knapp sechs Kilometer kurzen Wanderweg zu erkunden. Und zum anderen ist es gar nicht so einfach, den Start- und Zielpunkt Hompesche Molen (Hompesche Windmühle) in Stevenweert/ Niederlande ohne Navi zu finden. Einmal bin ich schon unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren, weil ich mich total verfahren hatte. Und auch beim zweiten Mal klappte es nicht auf Anhieb – trotz kartenlesender Beifahrerin.

Stevensweert oder Ohé en Laak?

Als Blondinen haben wir uns an der Beschilderung orientiert, die uns nach Stevensweert führt. Leider bringt das nur bedingt etwas, da in Stevensweert selbst die Windmühle nicht ausgeschildert ist. Und der Google Maps Ausdruck war auch wenig hilfreich, da wir den beschriebenen Aasterbergerweg, der uns zum Ziel führen sollte, erst gar nicht gefunden haben. Hätten wir gewusst, dass wir immer nur in Richtung Ohé en Laak fahren müssen, denn dort ist die Mühle dann tatsächlich ausgeschildert, hätten wir uns den ein oder anderen verwirrenden Kreisel sparen können.

Umso schöner war es dann, als sich endlich der Molenplas (Mühlensee) rechts von uns zeigte und die Windmühle ebenfalls zu sehen war. Der Parkplatz am Zielort ist recht großzügig und bietet ausreichend Platz für viele Wanderparker. Obwohl die Sonne schien und die Temperaturen frühlingshaft waren, war unterwegs wenig Betrieb. Weil die Holländer auf Törchen stehen, eröffnete sich uns auch diese Route mit der Durchquerung eines Holzgatters. Der Wanderweg ist eine Besonderheit, da er sich auf einer Insel befindet, die von zwei Nebenarmen der Maas umschlossen wird.

Das Betreten des Geländes erfolgt auf eigenes Risiko. Hunde sind anzuleinen, da am Mühlensee freigrasende Galloway-Rinder und Konik-Pferde zuhause sind. Es wird empfohlen, zu den Tieren einen Abstand von 25 Metern einzuhalten. Das war etwas schwierig, da gleich zu Beginn eine kleine Herde Galloway-Rinder quasi mitten im Weg stand. Für Cabo ein großes Abenteuer, da er einmal ein blödes Erlebnis im Allgäu mit Kuh und Stromzaun hatte. Ich habe den Spanier die komplette Wanderung an der Leine geführt und damit den Rat der Wegescouts befolgt. Doch es gab auch Hundebesitzer, die sich nicht daran gehalten haben. Das fand ich weniger schön, da der Mühlensee auch für viele Vögel wie Wiesenpieper, Flussseeschwalbe, Flussregenpfeifer und Eisvögel ein Zuhause ist. Und da jetzt die Brutzeit beginnt und unter den Vögeln auch viele Bodenbrüter sind, muss Hund nicht überall rumschnüffeln.

Nach kurzer Zeit kamen wir an einer Vogel-Beobachtungshütte vorbei, von der wir eine tolle Sicht auf den See hatten. Allerdings ist die Landschaft rund um den Molenplas sehr widersprüchlich. Auf der einen Seite ist da dieser wunderbare See mit seiner abwechslungsreichen Pflanzenwelt und den vielen verschiedenen Vogelarten, und auf der anderen Seite durchziehen riesengroße Strommasten das Gebiet. Ein Kraftwerk trübt ebenfalls das Landschaftsbild. Darum haben wir uns auch für die offizielle und damit kürzerer Route des Molenplas entschieden, auf der wir zwischen zwei Seen hindurch über Findlinge aus der Maas das Wasser überquerten. Bei feuchtem Wetter oder im Winter können die Trittsteine nicht begehbar sein. Eine alternative Route, die den Wanderweg um 1,7 Kilometer länger macht, ist ausgeschildert. Dieser Ausweichweg ist fürs Auge aber weniger einladend. Wenn es also geht, auf jeden Fall den Weg über die Findlinge im Wasser wählen. An dieser Stelle habe ich Cabo dann doch kurz von der Leine gemacht, damit er besser über die Trittsteine laufen kann. Trotzdem hat es der Spanier geschafft, ins Wasser zu fallen. Denn als ich die ersten Schritte über die dicken Steine machte, hörte ich hinter mir schon ein lautes Plumps. Leicht bedröppelt von der unliebsamen Begegnung mit dem kühlen Nass, gelang Cabo der restliche Weg übers Wasser unfallfrei.

Klick die Galerie an:

Dann ging es am Deich des Juliana-Kanals entlang weiter bis zum Örtchen Ohé, das linke Hand auf unserem Weg lag. Wer ganz genau hinschaut, kann in einiger Entfernung die Spitze des Schlosses Hasselholt erkennen, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Da ich nur das Weitwinkelobjektiv dabei hatte, konnte ich diese Sehenswürdigkeit nicht nah genug heranholen und bin auf dem Rückweg mit dem Auto dorthin gefahren. Dabei ist dieses Foto entstanden. In Ohé haben wir auch den eingezäunten Mühlensee verlassen und sind ein ganz kurzes Stück über die Dorpsstraat in Richtung Campingplatz „De Sangershoeve“ gegangen, um dann wieder durch ein Holzgatter auf das umzäunte Gelände des Wanderwegs Molenplas zu gelangen.

Molenplas-9546

Schloss Hasselholt in Ohé aus dem 16. Jahrhundert.

Nun befanden wir uns auch schon wieder kurz vor unserem Start- und Zielpunkt „Hompesche Molen“. Auf den Weg zur Windmühle kamen wir noch an einer Gruppe abgestorbener und zweitausend Jahre alter Bäume vorbei, die im Zuge des Kiesabbaus geborgen wurden und aufgrund ihrer Anordnung wahre Blickfänge sind.

Wieder an der Hompesche Molen angekommen, habe ich mir die alte Windmühle noch etwas genauer angeguckt, da sie derzeitig aufwendig restauriert wird. Im Inneren der Mühle befindet sich eine kleine Brasserie, in der man richtig leckeren und selbstgebackenen Kuchen bekommt. Herzhaftes und warme Speisen werden ebenfalls angeboten. Weitere Infos zur Brasserie de Hompesche Molen gibt es auf der gleichnamigen Internetseite. Wer eine deutsche Übersetzung sucht, sucht vergebens. Auch die Speisekarte ist nicht zweisprachig.

Fazit des Premium-Wanderwegs Molenplas

Ich bin etwas hin und her gerissen, was diesen Premiumwanderweg betrifft. Auf der einen Seite habe ich schöne Aufnahmen von der Tour machen können. Allerdings ist mir beim Fotografieren aufgefallen, dass ich immer versucht habe, die Strommasten und die Industrie drum herum nicht auf die Speicherkarte zu bannen. Das Ergebnis meiner Aufnahmen gibt also ein leicht verfälschtes Bild von dieser Route ab.

Andererseits hat mich der Mühlensee auf irgendeine Art doch in seinen Bann gezogen. Das mag daran liegen, dass bei dem leichten Wind und den lachenden Möwen, gackernden Gänsen und schnatternden Enten doch ein wenig Nordsee-Feeling aufkam. Für Hobby-Ornithologen ist der Mühlensee bestimmt auch einen Ausflug wert. Ich bin froh, nun auch den letzten mir fehlenden Premium-Wandweg der Wasser.Wander.Welt. gegangen zu sein.

Ob ich ein zweites Mal dorthin komme, weiß ich noch nicht. Ich rate jedoch jedem, sich ein eigenes Bild von der Molenplas-Route zu machen. Wer seinen Hund allerdings nicht 5,9 Kilometer an der Leine laufen lassen möchte, für den ist dieser Premiumwanderweg nichts. Im Hochsommer würde ich die Route auch nicht empfehlen, da das Gebiet sehr offen ist und es unterwegs kaum schattenspendende Bäume gibt. Für empfindliche Häupter sind Kappe oder Sonnenhut Pflicht.

Streckeninfo

Länge: 5,9 km (7,6 km)

Profil: leicht

Gehzeit: etwa 2 Stunden

Saison: ganzjährig

 

Insiderinfos

Übrigens habe ich von Blogleser Jos Verheijden noch ein paar Insiderinfos zum Wandern in und um Stevensweert sowie Ohé en Laak bekommen. Wer nicht nur den Premiumwanderweg Molenplas gehen möchte, der kann seine Wandertour beliebig vergrößern und das ganze Eiland de Maas (Maas Insel) erkunden. Die erste Karte, die  auf meinem zweiten Foto zu sehen ist, hilft dabei, eine Tour auszusuchen und sich anhand der Knotenpunkte zu orientieren. So kann der Premiumwanderweg Molenplas nach Lust und Laune verlängert werden. Laut Jos sind die Knotenpunkte gut ausgeschildert und führen den Wanderer, wie er sagt, durch meist noch unberührte Natur. So lohnt sich dann auch eine etwas weitere Anfahrt. Ich wollte bei meinem Ausflug nur den Molenplas-Premiumwanderweg laufen, weil der noch auf meiner Liste der zu wandernden Wasser.Wander.Welten fehlte.

UPDATE

Paul Wijenberg vom Natuurmonumenten hat mir einen schönen Kommentar zur meinen Molenplas-Bericht hinterlassen und die Infos darin will ich euch nicht vorenthalten. Und zwar hat mir Paul geschrieben, dass es ihm leid täte, dass die Hompesche Mühle so schwer zu finden ist. Aber er hat mir auch mitgeteilt, dass dieses Jahr rund um die höchste Mühle Limburgs viel getan wird: es soll noch bessere Parkplätze, mehr Info-Schilder, einen Natur-Spielplatz sowie ein kleines Info-Zentrum geben. Paul schätzt, dass bis Ostern 2016 alle Maßnahmen umgesetzt sein sollen.

 

14 CommentsLeave a comment

  • Die Runde fehlt uns auch noch… aus dem gleichen Gründen, warum es bei dir so lange gedauert hat. Zu weite Anfahrt für eine zu kurze Runde.
    Dein Bericht ist toll und die Fotos schön. Aufgrund deiner Eindrücke ahne ich, dass es wohl noch etwas dauern wird, bis wir dem Molenplas einen Besuch abstatten.

    LG Alex

    • Hi Alex!
      Ja, er ist einfach zu weit weg und zu kurz. Und dann wiederum nicht spektakulär genug. Mit den anderen Wasser.Wander.Welten. kann der Molenplas leider nicht mithalten.
      LG Silvana

  • Ein toller Wanderbericht und auch ganz tolle Fotos. Wenn ich da jedoch an meinen wasserscheuen Hund denke, dem würde das sicher nicht wirklich gefallen 😀

    Lg. Klaus

    • Danke, Klaus! Für deinen wasserscheuen Hund wäre wahrscheinlich nur die Überquerung der Findlinge eine Überwindung. Ansonsten kommt er mit dem Wasser nicht in Kontakt. Außer, du gehst mal mit ihm an eine Stelle, wo er gut mit den Pfoten in den See könnte. Für wasserfreudige Hunde ist die Runde dann wohl eher auch nichts, da sie andauern ins Wasser wollen, aber auf keinen Fall dürfen.
      LG Silvana

  • Hier ein Niederlandisches Antwort Natuurmonumentens (Naturschuetz-Verein). Verzeihung fuer die Fehler ins NL-D-Antwort 😉
    Danke fuer die schoene Photos und das Blog. Es is gut zu lesen dass es fuer unsere Deutsche Nachbarn ziemlich schwierig ist um dieses Wanderziel zu erreichen. Dieses Jahr renovieren wir diese hoechste Muehle Limburg. Dan gibt es noch bessere Parkplaetze, mehr Info-schilder, ein Natur-Spielplatz und ein kleines Infozentrum . Eroeffnung: vieleicht Ostern 2016. Extra hinweis zum besonderste Besuch der Mühlensee dieses Jahr: Midsommernachtwanderung am Samstag 20.Juni! Sehr besonders und einmahlig mit Anfang um 22.30u…. Niederlaendische texte aber, schau mal: http://midzomernacht2015.nl/beleefhetdonkervandemolenplas. Es gibt auch ein kuerzere wanderung mit Kinder. Wenn es nicht klappt mit der Deutsche anmeldung: p.wijenberg@natuurmonumenten.nl
    Gruesse!

    • Super klasse! Vielen Dank für den Hinweis. Die Infos werde ich noch im Artikel einbauen und darauf hinweisen. Das finde ich echt toll!
      Viele Grüße
      Silvana

  • Ein kleiner Kommentar von einen Wanderer aus Stevensweert. Ich bin froh das Ihnen die Natur rundum unser schoener Ort so gut gefaellt. Ueber die Distanz von die Wanderroute kann ich noch das nachfolgende berichten. Auf die erste zwei beigefuegte Bilder steht ausser das Schild mit Karte von die Molenplasroute noch das Schild das andere Wanderroutes (Knotenpunktwanderen) anzeigt. Die durch Ihnen gefolgte Route macht auch Teil aus von das genannte Knotenpunkt wanderen. Mann kann deshalb von die Stelle aus wo Sie gestartet sind die Runde, so wie mann Lust und Zeit hat vergroessern und das ganze „Eiland in de Maas“ (Insel in der Maas) so wie Stevensweert und Ohe en Laak genannt werden durchwandern und wieder an den Startpunkt zurueck kehren. Verlaufen kann mann sich eigentlich nicht wenn mann am Start die Knotenpunkten notiert die mann folgen will oder mann sich eine Wanderkarte kauft. Stevensweert/Ohe en Laak liegen naehmlich zwischen de Maas und de Oude Maas auf einer Insel und im Mittelalter war Stevensweert eine durch die Spanier gebaute Festung.
    Nicht nur in Stevensweert/Ohe en Laak aber in verschiedene Gemeinden hier Limburg hat mann auf gleiche Weise Wanderungen zusammen gestellt und so ein Gemeinden uebergreifend Wandernetwerk zusammengestellt und jeder kann sich Wanderungen in jeder Distanz zusammenstellen. Alles ist gut ausgeschildert und geht durch die meist noch unberuehrter Natur.
    Ich hoffe das Sie im Zukunft nochmahl eine Wanderung in unsere schoene Gegend machen wollen und dann ueber eine laengere Distanz so das sich die Fahrt nach hier auch lohnt.

    Weiter viel Wanderfreude.

    • Hallo Jos,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Die Hinweise werde ich noch in meinen Bericht mit aufnehmen. Ich finde es klasse, dass du mir als Ortskenner so viele nützliche Tipps gibst.

      VG Silvana

  • Es wirklich eine schöne Tour, die ja auch in der längeren Variante gegangen werden kann. Zusätzlich lässt sich die Wanderung gut mit einer Schiffstour kombinieren. http://www.rederijcascade.nl/maaskernen_toer.html .Aussteigen in Thorn (die weisse Stadt, ist wirklich schön und sehenswert) und den historischen Stadtrundgang machen. Dann mit dem nächsten Schiff weiterfahren. Die Rundfahrt dauert ohne Aussteigen 2 Std. und kostet 9,50 €
    Dann lohnt sich auch die lange Anfahrt. 🙂 Ich habe das im vergangenen Jahr mit meinen Enkeln gemacht und es hat uns so gut gefallen das wir es n diesem Jahr wieder machen werden.

    • Danke, für den Tipp, Anne!
      Eine Frage habe ich noch. Dürfen Hunde mit auf dem Schiff fahren oder sind sie an Bord nicht erlaubt?
      VG Silvana

      • soweit ich weiß dürfen angeleint Hunde an Bord. Hab grad nochmal schnell nachgeschaut 🙂

        Worden honden toegelaten aan boord?
        Tijdens de onderstaande boottochten mogen honden mee aan boord, mits aangelijnd.

        • Drie Stedentocht
        • Cruise Touristique
        • Sluizentocht
        • Havenrondvaart

        ja, war richtig .
        Kaffee und Kuchen, sowie Eis und Kaltgetränke gibt es auch.
        🙂

  • … und auch für mich ist das der letzte verbliebene Premiumwanderweg. Immer wieder habe ich auf schönes Wetter gehofft. Nur um dann doch wieder einen Weg in der Nähe zu gehen. Ich denke dieses Jahr werde ich es schaffen.
    Vielen Dank für den schönen Bericht.

    Jürgen

  • Hallo, bis auf Het Leudal, hab ich alle Wege der Wasser Wander Welten erwandert. Die Gelegenheit war heute günstig, viel Auto fahren, wenig Weg. Also bin ich los. Die Hompescher Mühle war leicht gefunden und ich hab mich auf den Weg gefreut, denn erst war es wirklich ein wenig wie an der Nordsee. Aber dann war alles nur noch hochgewachsenes Gestrüpp und Unkraut, selbst an der Treppe, die man hoch muss oder runter, je nach Wegrichtung…. die war fast zugewachsen. Irgendwann war gar kein Weg mehr zu erkennen. Ich hab dann auch abgebrochen und bin auf dem Radweg außen weitergelaufen. Der Rest ist ja im Text oben schon gesagt….. der Weitblick ist nicht der Hit. Man hört die ganze Zeit die Straße, ich war irgendwann nur noch genervt, da konnten mich die Tiere zu Land, zu Wasser und in der Luft auch nicht mehr ablenken. Schade, die anderen Wege bin ich teils schon mehrfach gegangen. Viele Grüße aus Köln

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