Kalte Schnauze – Hundeblog

Gastbeitrag: Die Französische Bulldogge als Wanderbegleiter?

Tom Schäfer aus Melsungen ist einer ganz bestimmen Hunderasse verfallen: der Französischen Bulldogge. Seine Liebe geht so weit, dass er den Bullys ein ganzes Infoportal im Internet widmet. Er räumt mit gängigen Vorurteilen auf, beschreibt Wesen und Charakterzüge der lustigen Franzosen und gibt hilfreiche Tipps für Menschen, die mit dem Gedanken spielen, eine Französische Bulldogge bei sich aufzunehmen. Als Tom mich gefragt hat, ob er einen Gastartikel über seinen Lieblingshund bei mir auf meinem Blog schreiben kann, habe ich nicht lange überlegt. Damit der Beitrag kein reines Rasseportrait wird und thematisch auch zum Blog passt, habe ich ihn gebeten, mir die Frage zu beantworten, ob der Bully ein guter Wanderbegleiter ist. Seine Antwort folgte prompt:

Kurzatmigkeit und Faulheit: Bewegt sich der Bully nicht gern?

Dass sich die Französische Bulldogge nicht gerne bewegt und faul ist, ist ein absolutes Vorurteil. Die kleinen Hunde lieben Spaziergänge sowie auch das Rennen und Spielen im Garten. Oftmals wird der Bully auch als Stadthund empfohlen, da er nicht unbedingt für sehr lange Spaziergänge beziehungsweise Wanderungen geeignet ist. Hier kommt es allerdings darauf an, was der jeweilige Hund gewohnt ist und wie die individuelle Konstitution ausfällt. Schließlich kann auch ein Mensch ohne Vorbereitung keinen Marathon laufen.

Wer seinen Bully von Anfang an langsam daran gewöhnt, kann durchaus längere Strecken mit ihm gehen. Es gibt Bullys, die ohne Weiteres einige Kilometer laufen, während andere nach recht kurzer Zeit genug haben. Hier muss unbedingt auf den jeweiligen Hund eingegangen werden. Zu der falschen Annahme, dass der Bully faul sei, gesellt sich oftmals auch noch das Vorurteil, dass er ebenfalls dumm wäre. Doch auch hierbei handelt es sich um einen absoluten Irrtum, denn die Französische Bulldogge ist generell sehr aufmerksam, aktiv und neugierig, was ebenfalls durch den Rassestandard geregelt ist.

Fest steht, dass die Französischen Bulldoggen zu den sogenannten brachycephalen Rassen zählen, bei denen eine gewisse Rund- beziehungsweise Kurzköpfigkeit charakteristisch ist. So kann es durchaus sein, dass die Hunde aufgrund ihrer deutlich verkürzten Schnauzen an Kurzatmigkeit, Schnarchen und einer gewissen Hitzeempfindlichkeit leiden. Also Vorsicht bei Hitze. Herrschen hohe Temperaturen, sollte man Acht geben, denn die französische Bulldogge ist dafür recht anfällig. Für unterwegs am besten immer Wasser mitnehmen. Zudem empfehlen sich bei längeren Spaziergängen erholsame Pausen.

Zu dick und schwimmunfähig?

Von Natur aus ist der Bully keinesfalls übergewichtig. Dass die Französische Bulldogge als dick bezeichnet wird, rührt oftmals daher, dass die Tiere manchmal zu viel gefüttert werden oder auch zu viele Leckerlis bekommen. Zudem sind die Tiere normalerweise auch gute Schwimmer. Ist der Hund jedoch noch nie mit Wasser in Kontakt gekommen oder zeigt die Waage doch etwas zu viel an, sollte man ihn im Wasser im Auge behalten. Ist er jedoch bereits an das nasse Element gewöhnt und besitzt ein normales Körpergewicht, ist das Schwimmen für ihn absolut kein Problem.

Fazit

Die Französische Bulldogge muss zwar viele Vorurteile über sich ergehen lassen, doch bei genauerem Hinsehen wird schnell klar, dass das meiste davon schlichtweg nicht der Wahrheit entspricht. Der Bully ist ein liebenswerter, neugieriger, familienbezogener Hund, der gerne spazieren geht, nicht übergewichtig ist und schwimmen kann. Allzu lange Wanderungen und hohe Temperaturen sind zwar nicht sein Fall, aber das muss auch nicht sein: Er ist auf jeden Fall eine absolute Bereicherung und sorgt für viel Spaß und Freude.

Vielen Dank auch an Markus Hoff für die tollen Fotos, die er mir für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. Mehr Fotos von ihm, nicht nur von Bullys, findet ihr auf seiner Facebook-Seite.

5 CommentsLeave a comment

  • Leider werden viele Hunde oftmals direkt in eine „bestimmte Schublade“ gesteckt. Ich denke, man kann beinahe jeden Hund zum Wandern mitnehmen, wenn der Hund langsam an das Wandern herangeführt wird und man die Strecken und Pausen entsprechend einplant.

    Für meinen Hundini gibt es nichts schöneres als auf einer Wanderung einfach Hund sein zu dürfen 😀

    Gruß, Klaus

    • Ich bin da ganz deiner Meinung, Klaus. Wenn Hunde früh genug oder eben ihrer Rasse entsprechend ans Wandern herangeführt werden, dann sollte jeder Hund – mit entsprechenden Pausen und entsprechendem Streckenprofil – wandertauglich sein.

      Meinem Cabo geht es übrigens auf Wanderungen wie Davy: Er genießt es, Hund sein zu dürfen.

      LG Silvana

  • Mein Mann und ich haben das Wandern auch für uns und unsere Hunde entdeckt. Die beiden Bully Mädels (3+5) laufen mit uns im Harz locker 20 km. Im flachen Land auch mal mehr.
    Sie genießen es mit uns einfach unterwegs zu sein.
    Ich bin sehr froh, dass unsere Französischen Bulldoggen so „sportlich“ sind.

    • Hi Melli,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Übung macht den Meister oder eben auch die sportliche Bulldogge. Klasse!

  • Hi,

    wir haben eine französische Bulldogge, die nun 8 Jahre alt ist und uns überall hin begleitet. Atmungsprobleme oder Defizite in der Kondition hat sie keine. Sie grunzt nicht, und schnarcht auch nicht. Man muss nur auf einen seriösen Züchter achten!

    LG

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