Kalte Schnauze – Hundeblog

Indoor-Beschäftigung für den Hund

Das Seil war richtig.

Vor ein paar Wochen habe ich für Cabo eine Beschäftigungsform gefunden, die ich ganz einfach mit ihm drinnen machen kann: „Hol’s“ und „Nimm’s“. Wer wie ich mit seinem Hund apportiert, wird das kennen. Vielleicht nicht unter den Begriffen, aber da sind der Fantasie bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Für das „Hol’s“ zeige ich auf Gegenstände, die auf dem Boden, auf der Couch oder im Regal liegen oder aus Schränken und Schubladen rausgucken und lasse sie mir von Cabo bringen. Das können Handschuhe, Socken, Schals, Mützen, Spielzeug oder seine Leine sein. Natürlich kann der Krummfuß die Gegenstände noch nicht alle auseinanderhalten, aber irgendwann hat er das drauf. Wir stehen damit noch ganz am Anfang.

Was ich an dieser Übung so schön finde, ist, dass ich sie ganz leicht zwischendurch machen kann. Außerdem kann ich an seinem Selbstbewusstsein arbeiten. Auch wenn Cabo gerne von Außenstehenden als Macho oder Rüpel bezeichnet wird, weil er etwas grobmotorisch veranlagt ist, ist er doch eine Schissbux.

Geräusche wie das Knacken von Holztüren oder Holzschränken, das Pfeifen des Windes, das Knistern von Alufolie oder der Lärm von Backblechen und Grillrosten findet er furchteinflößend. Dafür ist er Schussfest, mag aber trotzdem keine Silvesterknallerei. Ja, der Spanier ist speziell. 😉

Spielerisch das Selbstbewusstsein des Hundes stärken und ihn auslasten

Die Übung ist also eine gute Möglichkeit für mich, an seiner Furcht zu arbeiten. Denn Grillroste und Backbleche lassen sich super ins Training integrieren, indem ich die Leine, die Handschuhe oder andere Gegenstände auf, an oder unter das Blech bzw. den Grillrost lege.

Weil Cabo leidenschaftlich gern apportiert, will er die Aufgabe unbedingt erfüllen. Zwar bellt er anfangs, weil ihn der Mut verlassen will, aber er sucht dabei immer den Blickkontakt zu mir. Ich helfe ihm, indem ich etwas näher komme und ihm quasi den Rücken stärke. Das klappt ganz toll, weil meine Nähe für Cabo schon reicht, um sich an das böse Backblech heranzutrauen. Nach vier bis fünf Wiederholungen holt er mir den Gegenstand schon sehr sicher – ganz ohne meinen Beistand. Diese Erfolgserlebnisse stärken Cabos Selbstbewusstsein und lasten ihn gleichzeitig geistig aus.

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Cabo holt mir die Leine.

Im Video holt Cabo die Leine sehr sicher aus dem Körbchen. Als wir mit der Übung begonnen haben, hat er ordentlich gemotzt und geschimpft. Als ob er sagen wollte, dass es eine Unverschämtheit ist, die Leine in das Körbchen zu legen, wo er niemals nicht dran kommt. Zumal darunter noch die bösen Backbleche und Grillroste liegen. Skandal!
Tja, letzten Endes schafft er es doch immer wieder und hat auch noch Spaß dabei.

Gegenstände in der Schnauze festhalten

Gleichzeitig übe ich mit Cabo, dass er die Gegenstände, die er mir holt, auch eine Weile festhält. Bisher war es immer so, dass ich mich gebückt habe und er mir das Apportel in die Hand oder auch einfach vor die Füße gelegt hat. Das Festhalten klappt in Verbindung mit dem Holen noch nicht so gut, aber er muss das auch erst mal zu verknüpfen lernen.

Das Kommando „Nimm’s“ habe ich separat aufgebaut. Zuerst hat er nur mit seinem Futterdymmy gecheckt, was ich von ihm wollte. Den kennt Cabo vom Apportiertraining und nimmt ihn freiwillig in die Schnauze, wenn ich ihm den Dummy vor die Nase halte.

Das Festhalten habe ich dann geclickert. Zurerst gab’s die Belohnung fürs „In-die-Schnauze-nehmen“ und dann habe ich langsam die Dauer des Festhaltens ausgedehnt. Das geht nicht von heute auf morgen und erfordert Geduld. Aber der Hund begreift doch relativ schnell, dass es nur eine Belohnung gibt, wenn er den Gegenstand länger in der Schnauze behält.

Mittlerweile funktioniert das „Nimm’s“ auch mit Cabos Zergel, seiner Leine und meinen Handschuhen. Letztere habe ich oft auf meinen Spaziergängen dabei, sodass ich das zwischendurch ganz easy mit ihm üben kann.

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Was sind eure Tipps zum Thema Indoor-Beschäftigung?

Was macht ihr mit euren Hunden im Haus oder in der Wohnung, um sie zu beschäftigen?

2 CommentsLeave a comment

  • Toller Beitrag und super Video 🙂 bei uns heißt das Festhalten von Gegenständen ‚halten‘ und das hat Bailey früh gelernt, weil ich das auf Fotos so niedlich fand ;). Jetzt nach deinem Video gefällt mir die Idee, dass sie selber mal einen Gegenstand aufhebt und ihn dann hält, das möchte ich gern üben.
    Witzigerweise habe ich gestern damit angefangen zu üben, dass Bailey mir etwas bringt auf das ich zeige. Nagut noch sind wir dabei, dass ich Clicker sobald sie mit dem Gegenstand überhaupt interagiert ;).
    Ja Clickern und tricksen machen wir mit am liebsten drinnen.
    Was aber auch gern genommen ist: Leckerli mit der Schnaufze aus einer Wasserschüssel fischen.

  • Bei uns steht Clickern fast jeden Tag auf dem Programm. Im Moment steht der Schnüffelteppich hoch im Kurs. Den habe ich für ein paar Euro selber gemacht. Geht prima und die Mädels lieben diese artgerechte Auslastung.
    Gerne verstecke ich auch den Apportierdummy in der Wohnung, da ist Bella ganz heiß drauf.
    Cabo macht das richtig toll!

    LG Birgit mit Leika & Bella

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