Kalte Schnauze – Hundeblog

Hm, wo war sie denn nun schon wieder unterwegs werden sich einige von euch fragen. Die Antwort ist ganz einfach: Ich war mit Cabo am Schloss Neuschwanstein. Da mir für ein Websiteprojekt eh noch Bilder vom Cinderellaschloss fehlten und das Wetter sich zum fotografieren anbot, habe ich mir Cabo und meine Kameraausrüstung geschnappt und bin zu den Königsschlössern gefahren.

Je näher ich Hohenschwangau kam, desto voller wurde es. Auf dem Parkplatz vom Alpsee angekommen und um 5 Euro Parkgebühr leichter, wurde mir erst richtig bewusst, was mich auf meinem Anstieg zum Schloss erwarten würde. Die Straßen in dem beschaulichen Örtchen waren voller Menschen und riesiger Touristenbusse, die im Stundentakt immer mehr Leute ankarrten. Es war bestimmt schon 17 Jahre her als ich das letzte Mal am Schloss war. Irgendwie hatte ich diesen Rummel wohl verdrängt.

Alle deutschen Hunde haben krumme Beine

Egal. Ich hatte eine Mission, gute Laune und meine “Alpen-Pumps” an. Es konnte also nichts schief gehen. Mein Ziel war die Marienbrücke, von der aus alle tollen Schlossaufnahmen stammen. Als ich mich an den Menschenschlangen vor den Pferdekutschen, die zum Schloss hoch fuhren, vorbei gedrängt hatte, breitete sich rechts von mir auch schon der 40 Min. Wanderpfad zur Marienbrücke aus. Doch leider war der Weg unpassierbar. Die Sonne hatte den Schnee zu einer einzigen Eisfläche verwandelt, auf der es unmöglich war rauf, geschweige denn später wieder runter zu laufen. Also musste ich mit den Massen den 30 Min. Fußmarsch hoch zum Schloss Neuschwanstein antreten.

Ich band mir Cabos Leine um den Bauch und marschierte mit meinem Hund los. Da Cabo und ich wohl ein lustiges Zweiergespann abgaben, wurden wir auf unserem Weg zum Schloss mehrmals von Japanern und Chinesen fotografiert. Ob es an den krummen Vorderbeinen meines Hundes lag oder aber an meinem so typisch deutschen Aussehen, weiß ich nicht. Mir fiel nur auf, dass Cabo der einzige Hund weit und breit war.

Oben am Schloss angekommen fand ich sofort den Weg zur Marienbrücke. Doch zu meiner größten Enttäuschung war auch dieser Weg vollgesperrt. Grml! Zu allem Überfluss war das Königsschloss auch noch zur Hälfte in ein häßliches Gerüst gepackt. Das wusste ich zwar, ich hatte nur gehofft, dass es nicht ganz so schlimm war. Nun ja, da Cabo und ich einmal oben waren, wollten wir auch irgendwie an vernünftige Bilder kommen.

Auf einem Plateu in der hintersten Ecke im schmelzenden Schnee, habe ich ein Plätzchen gefunden, wo ich meine Kamera auspacken und Cabo parken konnte. Da ich noch das Tele auf dem Body hatte, musste ich erst umswitchen.  Cabo wälzte sich derweil im nassen Schnee, weil sein Bauch vom nassen Weg total schmutzig war. Ich war so konzentriert nichts von meinem Kameraequipment in die weiße Pracht fallen zu lassen, dass ich gar nicht mitbekommen habe, dass sich auf einmal die Touristen um uns scharten und den wälzenden Cabo fotografierten.

Cabo versus Cinderella

Erst als mich ein indischer Junge ansprach, ob er den Hund mal anfassen dürfte, ist mir aufgefallen, dass Cabo dem Cinderellaschloss kurzfristig die Show gestohlen hatte. Der Junge hatte auf jeden Fall seinen Spaß meinem Hund Schneebälle zum Fangen in die Luft zu werfen. Und Mama und Papa aus Indien hielten dieses Event freudestrahlend mit ihrer Digitalkamera fest. Ich musste nur innerlich grinsen und habe mich über Cabo gefreut. Was ist er doch für ein cooler Hund geworden. Noch vor einem Jahr hätte ich ihn bei dem Getümmel lieber im Auto zurück gelassen. Dieses Mal habe ich aber gar nicht erst darüber nachgedacht und ihn einfach mitgenommen.

Na ja, irgendwann kam auch ich dazu ein paar Fotos vom Schloss Neuschwanstein zu schießen und habe danach den Abstieg angetreten. Wieder unten angekommen musste ich der Vollständigkeit halber die kleine Schwester vom Schloss Neuschwanstein, Schloss Hohenschwangau, auch noch ablichten. Mit ein paar schönen Fotos im Gepäck habe ich Ostallgäus “Chinatown” auch wieder verlassen und bin zurück zu meinem ruhigen Hopfen am See gefahren.

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