Kalte Schnauze – Hundeblog

Lost in Roermond

Zwei Frauen, drei Hunde, ein Navi und ein Kartenausdruck. Eigentlich sollte nichts mehr schief gehen. Geplant war eine kleine Wanderung von circa 11 Kilometern bei unseren holländischen Nachbarn in Roermond. Es war warm, der Himmel bewölkt und die Entourage gewappnet für die Tour. Es sollte am Wasser entlang gehen, damit die Hunde ausreichend Abkühlung finden und ich ein paar nette Fotomotive.

In einem Gewerbegebiet stellten wir das Auto ab und marschierten los in Richtung Maas. Zielstrebig fanden wir das Objekt der Begierde – und eine Infotafel. Die allerdings ließ uns stutzig werden. Das aufgezeichnete Gebiet entsprach so gar nicht unserem Kartenausdruck. Auch der Garmin war „off Track“ und schlug Alarm. Eigentlich sollte der Weg uns links herum ums Wasser führen – rechts war aber nur möglich. Was also tun? Ganz klar: Zurück zum Ausgangspunkt! Wenn die eine Richtung falsch war, dann mussten wir logischerweise die andere einschlagen. Gesagt, getan.

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So irrten wir über eine halbe Stunde zwischen Müllkippen und Papierverbrennungsanlagen umher, immer auf der Suche nach dem richtigen Weg der uns rechte Hand zur Maas führen sollte. Als wir irgendwann in einer Sackgasse vor einem zehnstöckigen Hochhaus standen, war selbst uns klar: Wir hatten uns verlaufen. Der Garmin hatte es mittlerweile auch aufgegeben mit uns. Er wird sich wohl gedacht haben “Lass die blöden Frauen doch gucken wie sie alleine klar kommen”. Wer nicht hören will, muss fühlen. Und das taten wir.

Leicht genervt und etwas demotiviert blickten wir erneut auf unseren Ausdruck. „Sag mal kann das sein, dass du die falsche Karte ausgedruckt und den falschen Track auf den Garmin gezogen hast?“, fragte Jutta. Nach dem Zielfoto auf ihrem iPhone sah meine Karte zumindest nicht aus. Hatte ich etwa die Mails mit den richtigen Zielkoordinaten vertauscht? Ja, hatte ich. Also alles zurück auf Anfang.

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Nach über eine Stunde kamen wir wieder an der Infotafel an, von der nur rechts, aber links kein Weg abging. Die Bauarbeiter, an denen wir nun zum dritten Mal vorbeimarschierten, konnten sich das Grinsen auch nicht mehr verkneifen. “Ja, ja – Frauen und ihr Orientierungssinn”, werden die sich gedacht haben.

Unbeirrt setzten wir unseren Weg fort und gelangten an die Maas. Die Hunde konnten endlich von der Leine und, auch von den Müllbergen war nichts mehr zu sehen und zu riechen. „Das hätten wir schon eine Stunde früher haben können“, sagte ich zu Jutta. Die verkniff sich allerdings nur ein Lachen. Insgeheim wird sie sich jedoch geärgert haben, ihr Navigationsgerät mit dem richtigen Track neben dem gepackten Wanderrucksack Zuhause liegen gelassen zu haben.

 

      

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