Kalte Schnauze – Hundeblog

Von Natur aus bin ich kein ängstlicher Mensch. Ich fühle mich abends allein im Haus wohl, Gewitter lässt mich kalt, einsam durch Wälder zu streifen genieße ich und seit meinem Auslandsemester in Madrid habe ich auch kein Problem damit, mich nachts in Großstädten alleine auf den Straßen zu bewegen. Wahrscheinlich auch, weil mir nie etwas passiert ist.

Gut, viele mögen jetzt sagen: Du bist ja nicht wirklich alleine, denn dein Hund ist doch in den meisten Fällen bei dir. Aber das habe ich nie so wirklich als große Sicherheit empfunden. Ich dachte eigentlich immer, dass er nichts macht, wenn es mal drauf ankommt. Denn grundsätzlich ist Cabo Menschen gegenüber freundlich. Dass er Zweibeiner einmal massiv anknurren würde, hatte ich bisher immer ausgeschlossen. Doch gestern hat mich mein Hund eines Besseren belehrt.

Cabo hält sich normalerweise zurück und überlässt mir die Führung. Einmischen gilt nicht. Da kann ich mich mittlerweile wirklich auf ihn verlassen. Doch gestern Abend habe ich ihn von einer neuen Seite kennengelernt, auf die ich ehrlich gesagt stolz bin.

Die dunkle Gestalt

Auf der letzten Pipirunde vorm Schlafengehen tauchte auf einmal aus dem Nichts eine ziemlich dunkle Gestalt auf, in der sonst so vertrauenswürdigen Umgebung. Der Typ war kräftig, meiner Meinung nach besoffen und machte einfach keinen entspannten Eindruck. Als Cabo sein letztes Geschäft erledigt hatte, beschloss ich, schnellstens nach Hause zu gehen, ohne mir mein aufsteigendes Unwohlsein anmerken zu lassen. Denn ich musste an der dunklen Gestalt vorbei. Je näher ich dem Typen aber kam, desto mehr fixierte er mich und so unwohler wurde mir dabei.

Als wir auf gleicher Höhe waren, wollte ich wirklich nur noch an dem Kerl vorbei, rein ins Haus. Zu meiner großen Überraschung gab mir Cabo in diesem Moment Schützenhilfe, indem er ziemlich laut neben mir an der Leine knurrte. Nicht nur ich war aufgrund des tiefen Grollens meines Hundes überrascht, sondern auch der Typ, der daraufhin fürchterlich an zu fluchen begann. Cabo setzte noch mal kräftig nach, solange bis diese Gestalt aus unserer Reichweite war.

In meiner Wohnung angekommen, musste ich erst einmal tief durchatmen. Cabo trippelte derweil schon wieder Richtung Schlafplatz und rollte sich gemütlich zusammen, als ob nichts gewesen wäre. Ich habe mich erst einmal hinsetzten müssen. Doch die Freude über die Reaktion meines Hundes, hat meinen Puls schnell runter kommen lassen. Es tut gut zu wissen, dass er mir tatsächlichen helfen würde, wenn es drauf ankommt. Auch wenn ich seine Unterstützung so schnell nicht wieder in Anspruch nehmen möchte. Nichtsdestotrotz war Cabo an diesem Abend mein ganz persönlicher Held.

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