Kalte Schnauze – Hundeblog

Schnee, Schnee, Schnee! Schon als Kind hat die weiße Pracht gute Laune in mir ausgelöst. Auch heute, mit 35 Jahren, freue ich mich über die dicken Schneeflocken, die leise vom Himmel rieseln und die Landschaft in einen weißen Mantel hüllen. Zu blöd, dass es bei uns am Mittleren Niederrhein nur noch ganz selten schneit. Zum Glück wohnen wir keine 100 Kilometer von der deutsch-belgischen Grenze entfernt, die mit dem Tor zur Eifel und dem Hochmoor „Hohes Venn“ mehr Schnee verspricht als Mönchengladbach. Dank Tief Egon hatte es in der Region Aachen ordentlich geschneit, sodass einer Schneewanderung nichts im Wege stand.

Wir wollten zunächst das Naturschutzgebiet „Struffelt“ zwischen Roetgen und Rott ansteuern, durch den ein Partnerweg des Eifelsteigs verläuft. Da ich die „Stuffeltroute“ im vergangenen Jahr zweimal gewandert bin, wollte ich etwas Abwechslung in die Sache bringen. Meine Freunde erzählten mir, dass es südwestlich von Roetgen auf belgischer Seite ein schönes Wandergebiet entlang des Weserbachs Richtung Hohes Venn geben soll. Auf der Internetseite des Verkehrsvereins Roetgen wurde ich sofort fündig. Beschrieben wurde dort ein Rundwanderweg mit dem Titel „An den Bachläufen vor dem Venn“. Daraufhin stellte ich mir bei Komoot eine eigene Wanderung von zehn Kilometern zusammen. Das hatte ich noch nie gemacht und war überrascht, wie einfach und schnell das ging.

Vom Weserbach über den Eschbach bis hin zum Steinbach

Start- und Zielpunkt unserer Wanderung war der Wanderparkplatz „Wesertalbrücke“ in Roetgen an der Mühlenstraße, etwa in Höhe der Hausnummer 37a. Die Route führte uns zunächst über einen schmalen Weg in die Flussauenlandschaft des Weserbaches. Im Frühjahr sollen dort auf den Wiesen sogar Narzissen blühen, was ich mir bei dem ganzen Schnee so gar nicht vorstellen konnte. Ein kleiner Trampelpfad wies uns schließlich hinab zum Weserbach, an dem wir etwa 2,5 Kilometer entlang wanderten. Etwas abenteuerlich war es dort, weil wir teilweise sehr nah am Bach vorbei geführt wurden, der an manchen Stellen stark vereist und damit nicht ganz einfach zu begehen war. Die Hunde fanden das total spannend und wir haben uns von ihrer Unbeschwertheit anstecken lassen.

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Gewusst? Roetgen wird auch das Tor zur Eifel genannt.

An der Mündung des Eschbachs verabschiedeten wir uns vom gemütlich fließenden Weserbach und überquerten eine Holzbrücke, die uns zu einem schmalen Weg brachte, der durch dichte Tannenwälder immer entlang des Eschbachs führte. Das teils vereiste Wasser hatte durch den Frost bizarre Formen angenommen und ließ uns immer wieder anhalten, um Fotos zu machen.

 

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Eiskalter Weserbach bei Roetgen – Eifel – NRW

Irgendwann floss der Eschbach mit dem Steinbach zusammen. Erkannt haben wir das nur durch den Blick auf die Karte. Wir waren so abgelenkt von der weißen Pracht und der eisigen Schönheit um uns herum, dass wir vollkommen die Orientierung verloren hatten. Dass wir uns nicht allzu weit vom Hochmoor „Hohes Venn“ befanden, war uns zu dem Zeitpunkt vollkommen unklar. Zu schön war es am eisigen Steinbach inmitten des verschneiten und sonnendurchfluteten Staatswaldes Oberweser. Dieser Wanderweg hat ganz bestimmt auch im Frühjahr und im Sommer seine Reize durch das Zusammenspiel von plätscherndem Bach, dem Licht der Sonne und dem Schatten der Bäume.

Der Pfad führte uns schließlich weg vom Steinbach bergauf und am Waldrand entlang Richtung zweiter Etappe des Eifelsteigs und zurück nach Roetgen, unserem Start- und Zielpunkt.

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Wir verlassen die Bachläufe vor dem Hohen Venn und wandern zurück nach Roetgen (hier der Blick zurück ins Tal).

Fazit

Obwohl diese Tour südwestlich von Roetgen an den Bächen vor dem Hohen Venn von vielen Wanderern an diesem sonnigen und eiskalten Sonntag genutzt wurde, habe ich trotzdem abschalten und die Wanderung genießen können. Die verschneite Landschaft war so zauberhaft, dass wir aus dem Staunen nicht mehr rauskamen. Die Hunde konnten einen Großteil der Strecke frei laufen und hatten auf den schmalen verschneiten Pfaden großen Spaß. Zehn Kilometer waren vollkommen ausreichend, um das Wanderjahr 2017 mit einer Schneewanderung einzuläuten. Am Schluss merkten wir doch alle, wie anstrengend es auf dem unebenen, mit Schnee bedeckten und teilweise recht glatten Untergrund zu gehen war. Trotzdem würde ich die Tour jederzeit bei Schnee wieder wandern wollen.

Übrigens hat die Wander-App Komoot meine selbstgestrickte Tour mit einer Gehzeit von 3 Stunden und 5 Minuten als mittelschwer eingestuft. Wir haben exakt 4 Stunden für diese Rundtour gebraucht, inklusive einer ausgiebigen Pause für Brotzeit und Fotopausen zwischendurch. Die Zeitangabe oben im Track stimmt so gar nicht – warum auch immer.

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18 CommentsLeave a comment

    • Vielen Dank für das Kompliment, Elke. Die Tour kann ich dir uneingeschränkt empfehlen.

      Drücker an Spike!

  • Wow, was für eine herrliche Winterlandschaft! Tour ist auf jeden Fall mal gemerkt.
    Viele Grüße vom ebenfalls schneelosen, nördlichen Niederrhein
    Carolin

    • Freue mich, wenn ich dir mit den Fotos Lust aufs Nachwandern gemacht habe, Carolin. Oder sollte ich sagen: Nachbarin. 😉
      Viele Grüße vom mittleren an den nördlichen Niederrhein!

  • Tolle Bilder! Das glaub ich gern, dass ihr da eine schöne Wanderung hattet bei all dem Schnee und Eis 🙂
    Letztes Jahr um Ostern war ich ja auch in der Region und auch einmal auf der Struffeltroute. Mann, ist das schon wieder lange her…
    Wie hast du denn die eigene Route bei Komoot erstellt? Geht das mit der Basisversion oder musstest du etwas dazukaufen? Ich nutze Komoot bisher nur um die Route aufzuzeichnen, die ich gerade gehe, um hinterher zu sehen, wie viele km und Höhenmeter es in etwa waren. Die andere Funktion kenne ich nocht nicht!
    Liebe Grüe, Frauke

    • Dann wird’s ja wieder Zeit, dass du in der Region wandern gehst mit Mina. Die Tour ist ganz bestimmt auch zu anderen Jahreszeiten eine super Adresse.
      Zu Komoot: Ich habe schon überlegt, einen Blogbeitrag zu schreiben, wie man eigene Routen in der App bzw. am PC anlegt. Das ist wirklich kein Hexenwerk und hat bei mir nichtmal 10 Minuten gedauert. Man setzt einen Startpunkt und mehrere Wegepunkte auf der ausgewählten Karte bzw. dem Gebiet, wo man wandern möchte und speichert sie ab. Unter „geplante“ findest du sie dann auch in der App auf dem Handy.

      LG Silvana

  • Wunderschöne Winterlandschaft, deine Fotos sprechen mal wieder für sich. Man möchte glatt in Eines reinspringen. Deinem Text zufolge war es wohl doch die richtige Entscheidung von mir dieses Mal nicht mit zu laufen. So schade!!

    • Es war stellenweise wirklich glatt. Machbar zwar, aber mit lädiertem Rücken wäre das nicht optimal gewesen. War schon gut, dass du auf dein Bauchgefühl gehört hast.

  • So schöne Fotos hast du gemacht, immer wieder schön anzusehen und an diese Traumtour zurück zu denken! Die laufen wir nochmal zu einer anderen Jahreszeit!
    LG Birgit

    • Danke, Birgit. Ja, die Tour würde ich gerne mal im grünen wandern. Erkennen wir bestimmt nicht wieder.

  • Ich hab Fernweh – danke dafür ! 🙂
    Ein toller Artikel, erinnert mich daran, wieder mehr zu unternehmen.
    Die Touren direkt vor der Tür sind ja irgendwann auch abgelaufen…

  • Liebe Silvana,

    was für tolle Winterbilder … und das alles soll nun nächste Woche wegschmelzen … so schade. Von mir aus könnte es bis März so bleiben und dann übergangslos in den Frühling übergehen.

    Ich liebe mein Komoot auch sehr und bin immer wieder überrascht, dass ich mich seitdem ich die App benutze so gut wie gar nicht mehr verlaufe … 😉 …

    Viele Grüße
    Martina

    • Dankeschön, Martina. Es ist wirklich schade, dass der ganze Schnee nächste Woche weg sein soll. Trotzdem freue ich mich auf den Frühling. Ich bin doch soooo eine Frostbeule. 😉

      Komoot ist top! Ich möchte die App nicht mehr missen. Mit meinem Garmin Armin kam ich nie zurecht. Vielleicht gebe ich ihm irgendwann noch mal eine Chance. Mal sehen…

      Viele Grüße zurück!

      • Mein Mann hat auch einen Garmin-Armin … da müssen wir immer eine halbe Stunde am Auto rumstehen und warten, bis das Ding überhaupt weiß, wo wir sind …

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