Kalte Schnauze – Hundeblog
Fahrradanhänger mit Nina, Conny Hagen

Nach wie vor ist das Wandern meine bevorzugte Art der Fortbewegung in der Natur. Solange das auch für Cabo kein Problem darstellt, wird das auch so bleiben. Trotzdem mache ich mir hin und wieder Gedanken, wie es einmal sein wird, wenn Cabo keine zwölf Kilometer am Stück neben mir herlaufen kann. Er ist jetzt neun Jahre alt und noch sehr fit. Aber irgendwann werden seine krummen Beinchen und der lange Rücken wohl nicht mehr so gut mitmachen wie bisher. Ein Grund, warum ich mein neues Auto mit einer Anhängerkupplung ausgestattet habe. So habe ich zumindest die Möglichkeit ein Fahrrad und einen entsprechenden Anhänger zu transportieren. Woran ihr einen qualitativ hochwerten Hundeanhänger erkennen könnt und worauf ihr bei der ersten Ausfahrt achten solltet, erklärt euch Gastautor Gerald Bacher, der sich auf das Thema Fahrrad und Anhänger spezialisiert hat.

Vor dem Kauf: Überlegt euch, wofür genau ihr den Anhänger braucht

Bevor man sich vorschnell für ein Schnäppchen entscheidet, sollte man sich selbst ein paar Fragen stellen und überlegen, für welche Einsatzzwecke der Anhänger eigentlich gedacht ist.

  • Ist der Anhänger für meinen Hund überhaupt geeignet? Das ist definitiv die erste Frage, die es zu klären gilt. Habt ihr einen quirligen Hund, der kaum ruhig sitzen kann oder hat euer Hund Angst in engen Räumen? Dann ist ein Hundeanhänger die falsche Wahl.
  • Wie oft verwende ich den Anhänger? Je öfter der Anhänger im Einsatz ist, desto hochwertiger sollte er sein. Das betrifft vor allem die Federung.
  • Streckenlänge und Streckenbeschaffenheit: Je unebener und länger die Wege, die ihr mitsamt Anhänger zurücklegt, desto größer ist die Bedeutung einer guten Federung. Ansonsten wird die Fahrt für euren Liebling zu einer echten Tortur.
  • Was habe ich eigentlich mit dem Anhänger vor? Wer abgesehen von Fahrradfahren auch noch auf andere Sportarten wert legt, der ist mit einem 2in1 Modell gut beraten. Das Umfunktionieren zum Jogger geht meist schnell, unkompliziert und werkzeuglos.

Die verschiedenen Arten von Hundeanhängern

Von extrem billig bis superteuer ist bei Hundeanhängern wirklich alles zu finden. Klassische Anhänger unterscheiden sich voneinander bezüglich Größe, Ausstattung und Features. Außerdem gibt es verschiedene Modelle für kleine und große Hunde.

Doch auch bei der Ausstattung gibt es Unterschiede. Die Frage ist, ob man seinen Anhänger außer mit dem Rad auch als Jogger benutzen will. Hier gibt es praktische Modelle mit drei Rädern, die sehr stabil und wendig sind. Für regelmäßige Jogger durchaus eine Überlegung wert.

Quelle: Pixabay.com

Was sind die wichtigsten Qualitätskriterien eines Hundeanhängers?

Wer absolut keine Ahnung von Hundeanhängern hat, der ist gut beraten sich vorab genauer zu informieren. Billig sind die meisten Anhänger nämlich nicht und ein Fehlkauf kann verständlicherweise für großen Ärger sorgen.

Im Folgenden findet ihr eine Checkliste mit wichtigen Qualitätskriterien auf einem Blick:

  • Größe: Der Hund muss ausreichend Platz zum aufrecht sitzen und zum liegen haben!
  • Abmessungen: Achtet darauf, dass der Anhänger nicht zu breit und sperrig ist.
  • Gewicht: Mehr als 15kg gehen mit der Zeit sehr in die Beine. Ein leichter Alu-Rahmen verhindert ein zu hohes Gewicht!
  • Ausstattung: Wichtig ist eine rutschfeste Unterlage, die bei Bedarf zum Abwaschen einfach herausgenommen werden kann. Ein Insektengitter und vor allen Dingen Wasserfestigkeit sind dringend empfehlenswert. Wer es braucht sollte abchecken, ob der Anhänger auch als Jogger verwendet werden kann.
  • Kupplung: Achtet darauf, dass sich die Kupplung auch an eurem Fahrrad montieren lässt (vor allem bei Internetkäufen unbedingt vorher abchecken). Eine adäquate Sicherung der Kupplung ist ebenso wichtig.
  • Federung: Ein Anhänger ohne gute Federung ist Tabu. Euer Hund würde bei jeder Erschütterung darunter leiden! Tipp: Weniger Reifendruck sorgt für bessere Federung!
  • Maximalgewicht: Unbedingt aufpassen, dass euer Hund für den Anhänger nicht zu schwer ist!
  • Faltmaß: Lässt sich der Anhänger möglichst klein verstauen? Praktisch zum Überwintern und fürs Auto!
  • Schadstoffe: Erkundigt euch, ob die Materialien frei von Schadstoffen wie PAK und Weichmachern sind.
  • Leine: Ein guter Anhänger beinhaltet eine Leine. Noch besser, verwendet ein für euren Hund angenehmes Geschirr!

So viel zu den wichtigsten Qualitätskriterien. Doch auch eine noch so gute Federung nützt nichts, wenn der Fahrer wie wild durch die Gegend brettert. Deshalb ist auch das eigene Fahrverhalten wichtig.

Passt eure Geschwindigkeit an, meidet schnelle, scharfe Kurven, sowie Löcher oder Bordsteine! Ein regelmäßiger Blick in den Anhänger und Trinkpausen bei längeren Touren verstehen sich von selbst!

Macht euren Hund mit dem neuen Gefährt vertraut

Wer denkt, sobald der Anhänger zu Hause eingetroffen ist, kann es sofort mit der ersten Tour losgehen, der irrt oder hat einen extrem unkomplizierten Hund. In der Regel brauchen Hunde eine gewisse Gewöhnungszeit, um sich mit dem neuen fahrbaren Untersatz vertraut zu machen. Am besten geht ihr dabei in etwas so vor:

  • Trainiert zuerst in einer vertrauten Gegend, beispielsweise im Garten oder der Einfahrt.
  • Der Hund braucht positive Assoziationen zum neuen Gefährt. Das heißt konkret, belohnt euren Hund für erwünschtes Verhalten, zum Beispiel, wenn er sich mit dem Anhänger beschäftigt, oder sich gar hineinsetzt.
  • Zunächst solltet ihr beide Ein- und Ausgänge öffnen, sodass der Hund eine Fluchtmöglichkeit So zeigt ihr ihm, dass keine Gefahr vom Anhänger ausgeht.
  • Sobald genug Vertrauen vorhanden ist, könnt ihr zunächst einen, später dann den zweiten Eingang schließen.
  • Ist der Hund ruhig und entspannt und fühlt sich offensichtlich im Anhänger wohl, könnt ihr den Anhänger ein wenig bewegen. Das simuliert schon mal die erste Fahrt.
  • Wenn auch das klappt, dann steht der ersten Tour nichts mehr im Wege! Achtet jedoch darauf, dass ihr in einer gewohnten Umgebung bleibt, nicht zu rasant fährt und den Hund keinesfalls überfordert. Vergesst nicht euren Hund danach dafür zu belohnen.

Die erste Fahrt ist wirklich wichtig. Ist man hier zu voreilig oder kommt es gar zu einem Unfall, dann ist es für den Hund schwierig, diese Angst später zu überwinden.

Achtet auch darauf, dass es dem Hund im Anhänger gut geht. Legt ihm sein Lieblingsspielzeug rein, fahrt vorsichtig und passt auf, dass das Geschirr ihn nicht einengt.

Fahrradfreunde und Hundehalter müssen auch mit einem älteren oder schwächeren Hund nicht auf die geliebten Touren verzichten. Mit einem praktischen Fahrradanhänger für den Hund ist auch der Vierbeiner immer mit dabei. Achtet beim Kauf auf die genannten Qualitätskriterien, versucht den Hund langsam an das neue Gefährt zu gewöhnen, belohnt ihn für erwünschtes Verhalten und fahrt vor allen Dingen vorsichtig. Dann werdet ihr und euer Hund sicher viel Freude an den gemeinsamen Ausfahrten im neuen Anhänger haben.

Über den Gastautor

Gerald Bacher betreibt den Online-Ratgeber für Fahrradanhänger „Zweiradkraft„. Dort informiert er über Kinder- und Hunde-Fahrradanhänger. Neben ausführlichen Informationen über Qualität, Sicherheit und Hersteller berichtet er im Blog außerdem über Aktuelles zum Thema.

Foto Credit Titelbild: Fahrradanhänger mit Nina, Conny Hagen

2 CommentsLeave a comment

  • Guten Morgen!
    Super, dass Cabo den Anhänger mag 🙂
    Ich hab es vor zwei Jahren mit Mina auch mal probiert. Weil ich weiß, wie schüchtern und empfindlich sie ist, habe ich es sogar noch langsamer, als hier vom Gastautor beschrieben, angefangen: Räder ab, im Wohnzimmer aufgestellt und dort über Wochen trainiert das Gefährt zu betreten. Dann langsam Rollen dran, aber weiterhin im Wohnzimmer. Und so ging es immer in ganz kleinen Schritten weiter. Leider ist es draußen aber zu schnell für Mina. Dort wird sie panisch, wenn ich radel und möchte nur noch aus dem Anhänger raus :-/
    Zum Glück ist sie seit ihrer Leishmaniose-Diagnose im letzten Herbst wieder fitter geworden und schafft längere Wanderungen problemlos. Ausdauer hat sie ja 🙂
    Liebe Grüße,
    Frauke

  • Also unser Hund hat den Anhänger gut angeholt. Ist aber auch ein Rabauke. 🙂 wir finden das die Investition sich gelohnt hat. Außerdem ist es besser lieber öfter auf den Drahtesel anstatt ins Auto.

    Liebe Grüße
    Tanja

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