Kalte Schnauze – Hundeblog

Uckermark – Entschleunigung und Natur pur

14 Tage in der Uckermark liegen hinter Cabo und mir. 14 Tage, die mich noch nachhaltig beschäftigen werden. Die Eindrücke mannigfaltig. Ich hatte keine großen Erwartungen, als ich mich in mein Auto setzte, um die rund 680 Kilometer, die mich vom Zielort Lychen trennten, zu bewältigen. Dafür hatte ich mich im Vorfeld zu wenig informiert. Schön sollte es dort sein, hatte man mir gesagt. Das reichte aus, um mich für einen Urlaub in der Uckermark zu entscheiden. Ich wollte mich, wie immer, von der Gegend überraschen lassen.

Überrascht hat sie mich bei der Ankunft tatsächlich. Irgendwie hatte ich mir Natur und Landschaft so ganz anders vorgestellt. Anders als Zuhause. Ich hatte mit gänzlich anderen Wäldern, anderen Pflanzen, anderen Tieren und anderen Gewässern gerechnet. Es waren also doch Erwartungen da, wie mir im Nachhinein bewusst wurde, die auf den allerersten und ziemlich naiven Blick nicht erfüllt wurden.

Die Uckermark – ein wahres Kleinod in Brandenburg

Jetzt, 14 Tage später, weiß ich, dass ich viel zu schnell geurteilt habe. Die Uckermark ist so ganz anders als Zuhause. Sie ist ein Kleinod, das dem Land Brandenburg ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen Bundesländern verleiht. Die Wälder scheinen unendlich, die Seen klar und zu einem großen Teil vollkommen unberührt, die Natur voller Reichtümer. Mit weniger als 50 Einwohnern pro Quadratkilometer zählt die Uckermark zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Deutschlands. Obwohl Berlin nur etwa 80 Kilometer entfernt ist. 60 Prozent der Fläche sind als „Nationale Naturlandschaften“ geschützt. Der Nationalpark „Unteres Odertal – Deutschlands einziger Auen-Nationalpark“, das Biosphärenreservat „Schorfheide-Chorin“ und der Naturpark „Uckermärkische Seen“ mit Anschluss an die Mecklenburgische Seenplatte gehören dazu. Das allein zeigt, wie töricht mein erster Eindruck über diese einzigartige Gegend war.

Trotzdem musste ich die Uckermark erst auf mich wirken lassen. Es ist schon sehr ungewohnt, während einer vierstündigen Wanderung wirklich keiner Menschenseele zu begegnen. Und ein Wanderweg ist auch nicht immer als solcher zu erkennen. Oder wenn sich auf Karten eingezeichnete Landstraßen in Wirklichkeit als nichtasphaltierte Wege entpuppen oder die Fahrt zum nächst größeren Ort, der nicht mehr als 3500 Einwohner hat, mindestens 15 Kilometer in Anspruch nimmt. Buckelpisten inklusive. Da nimmt die Fahrt für einen Korb frischer Pfifferlinge schon mal gut und gerne mehr als 30 Kilometer in Anspruch.

Doch dann ist da diese Landschaft, in dem Fall der Naturpark Uckermärkische Seen, mit einer Fläche von 895 Quadratkilometern, 230 Seen, vielen Bachläufen, Mooren und Kleingewässern sowie eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit vielfältigen Lebensräumen für zahlreiche und zum Teil auch gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Nicht umsonst wurde die Uckermark 2012/13 beim „Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen“ zur Siegerregion ernannt. Da sind Störche, Kraniche, Milane, Fisch- und Seeadler sowie Eisvögel, die durch die Lüfte fliegen, und Ringelnattern, die durchs Wasser schwimmen und ein Pirol, der durch seinen Gesang, den Wald in einen Märchenwald verwandelt.

Wer hier nicht entschleunigt, ist selber schuld!

Und so war es mir ziemlich schnell egal, in einem Dauerfunkloch zu sein. Dort ist es nicht wichtig, überall erreichbar zu sein. Hier mal schnell etwas zu posten oder dort mal eben E-Mails abzurufen. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, warum die Einheimischen so freundlich sind. Sie sind vollkommen entschleunigt. „Hektik“, ein Fremdwort. Ziemlich schnell habe ich mich daran gewöhnt „offline“ zu sein. Es tut so gut! Umso mehr geht es mir jetzt zu Hause gegen den Strich, in alte Muster zu verfallen und dem blöden Smartphone viel zu viel Zeit zu widmen. Doch ich schweife ab…

In den nächsten Wochen werde ich euch immer wieder mal auf eine kleine Reise in die Uckermark mitnehmen. Ich hoffe, dass es mir gelingt, euch der Region ein Stück näher zu bringen. Fotos habe ich einige mitgebracht. Und von 14 Tagen gibt es viel zu erzählen. Ich muss es nur noch gedanklich sortieren und für euch nachvollziehbar aufbereiten. Mit diesem Beitrag hoffe ich aber, euch jetzt schon Lust auf mehr gemacht zu haben.

 

10 CommentsLeave a comment

  • Da ist es dir ja genauso ergangen wie mir. Es braucht ein wenig um die Uckernark kennen- und liebenzulernen. Deine tollen Fotos zeigen deutlich wie schön es war und wie gut es getan hat der Hektik zu entfliehen. Aber das muss man erst erkennen. So können wir hoffentlich noch lange von der „Entschleunigung“ zehren! 😉
    Bin gespannt auf Deine weiteren Berichte!

  • Es ist nicht von ungefähr, dass uns Flora und Fauna der Uckermark stellenweise sogar an Finnland erinnert hat. Und das in Deutschland, das will schon was heißen.

  • Das sind aber tolle Fotos, die machen direkt Lust auf mehr 🙂 Leider wissen die meisten Menschen die kleinen Naturschönheiten und Wildtiere nicht mehr zu schätzen, bzw. erkennen diese erst gar nicht.

    Aber die kommen dann auch meist ziemlich gestresst aus der Natur zurück 😀

    Wie wie hast du Cabo nur auf den Baumstamm bekommen?? Mein Hundini hätte mich ausgelacht … 😀

    Liebe Grüße, Klaus

    • Das stimmt wohl, Klaus. Das trifft allerdings nicht auf die Einheimischen zu. Die hegen und pflegen ihre Natur und sind ihr sehr verbunden. Das ist mir in den zwei Wochen immer wieder aufgefallen.
      Wie ich Cabo auf den Baumstamm bekommen habe? Ganz einfach: mit dem Kommando „Hopp“. 😀 😉
      Er liebt es, auf Baumstämme zu hüpfen. Das habe ich von Anfang an auf meinen Gassirunden mit eingebunden. Sobald ich einen Baumstamm auf dem Weg gesehen habe, habe ich mit Cabo irgendetwas darauf oder daneben geübt.

      Liebe Grüße zurück!

  • Tja, du hast mich schon eingefangen, mit deinen Worten und natürlich auch den Bildern. Ich liebe es so fern ab der Zivilisation zu sein. Handy habe ich im Harz, mangels Empfang, auch kaum genutzt- Hach die Entspannung pur!

    Also habe ich nun wieder einen neuen Ort, den ich mir merken kann.

    Einen lieben Gruß
    Elke

    • Das freut mich, Elke! 🙂
      Es ist wirklich schön, so ganz fernab der Zivilisation. Umso schwerer fällt es mir dafür jetzt wieder in den Trott zu kommen. Es war einfach zu schön.

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