Kalte Schnauze – Hundeblog

Unser erstes Mal

Camping an der holländischen Nordsee.

Camping mit der Hunde-Gang.

Das Wochenende stand ganz im Zeichen des kreativen Campings. Also absolutes Neuland für Cabo und mich. Doch jetzt weiß ich, dass mich Zelten im heimischen Garten nicht auf die harte und unerbittliche Welt eines Campers vorbereitet hat. Erst recht nicht, wenn es zwei Tage vom Himmel hoch schüttet und wir bis zu den Knöcheln im Modder versinken. Doch wie bei jedem ersten Mal, lässt man sich helfen. Also haben wir uns erfahrenen Campern angeschlossen und einfach so getan, als ob wir schon alte Hasen im Business wären.

Zweieinhalb Tage an der Nordsee in Holland lagen vor uns

Meine Tarnung als Möchtegern-Camper fiel auch bis zum ersten Morgen nicht wirklich auf. Doch als ich meinen jungfräulichen Gang zur morgendlichen Gemeinschaftsdusche antrat, bröckelte meine selbstbewusste Camper-Fassade. Da stand ich nun vor den Duschkabinen und wusste nicht so recht wo hin mit mir. Als eine Freundin aus der Dusche kam und mir ihre Kabine freundlich überlies und mir freudestrahlend mitteilte, dass ihre Duschmünze noch für mich reichen würde, war ich optimistisch.

Spätestens als ich mich komplett eingeschäumt unter eiskaltem Wasser wieder fand, war dann Schluss mit lustig. Klar, ich hätte meine Freunde, die sich draußen vor meiner Kabine fertig gemacht haben um Hilfe bitten können, aber diese Blöße wollte ich mir dann doch nicht geben. Also hieß es Zähne zusammenbeißen und tapfer unter den kalten Wasserstrahl. Danach war ich tatsächlich wach. Als ich aus der Dusche kam, konnte ich meinen Freunden dann aber nichts mehr vormachen. Jemand der eine heiße Dusche hinter sich hat, sieht doch anders aus als jemand, der halb erfroren, mit einem Rest Schaum im Haar aus dem Bad kommt. Nun denn …

Gefrühstückt wurde dann zu acht im Zelt, denn es regnete noch immer

Aber wer ein echter Camper sein will, der muss auch das abkönnen. So ging es im Anschluss in voller Regenmontur mit elf Hunden und drei Wohnmobilen an den Nordseestrand. Außer uns, waren nur wenige andere Bekloppte am Strand, sodass unsere vierbeinigen Freunde nach Herzenslust rennen und toben konnten. An einer der vielen Strandbuden kehrten wir schließlich ein, um “verkehrten Kaffee” und Kakao, der bei den Holländern Chocomel heißt, zu trinken. Mittlerweile hatte der Wettergott auch ein Einsehen mit uns, und der Regen machte eine längere Verschnaufpause.

Doch meine erfahrene Camper-Entourage traute dem Braten nicht so ganz und so wurde für den Abend ein kreativer Schlachtplan entwickelt. Der Plan war, dem Modder zu entkommen und unter zwei Markisen zu grillen. Also bauten wir auf dem asphaltierten Besucherparkplatz des Campingplatzes eine Wagenburg und schlugen unser Grilllager auf. In gemütlicher Atmosphäre ließen wir uns Würstchen, Kotelett, Kölsch und Himbeerlikör schmecken. Dass es mittlerweile wieder an zu regnen angefangen hatte, störte uns wenig. Die Hunde waren platt vom Strandtag und schlummerten trocken und warm in den Wohnwagen.

Am nächsten Morgen passierte dann das Unfassbare: Ich hatte warmes Wasser zum duschen und die Sonne kam raus. Campen kann soooooo schön sein. Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es dann zurück an den Damm, wo bereits reges Treiben herrschte. Mit Kameras bepackt machten wir uns mit den kalten Schnauzen auf den Weg für eine letzte gemeinsame Runde an diesem Wochenende.

Sicherlich hätte mein erstes Mal mit Cabo als Camper von besserem Wetter gekrönt sein können. Doch letzten Endes hat der Regen den Kurztrip zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht. Die Gruppe hat sich super ergänzt, Cabo und ich wurden warm in die Camper-Gemeinschaft aufgenommen und die Not hat uns schließlich erfinderisch gemacht. Dass die elf Hunde sich untereinander auch noch so toll vertragen haben, rundete den Trip ab.

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