Kalte Schnauze – Hundeblog

Bye, bye roter Flitzer!

Es ist Zeit, Abschied zu nehmen. Siebeneinhalb Jahre hast du Cabo und mich immer sicher ans Ziel gebracht. Du hast mich durch mein Master Studium begleitet, bist brav mit mir von Mönchengladbach nach Bonn gependelt und hast mich souverän in die verbotene Stadt Köln gefahren und wieder raus.

Auch als Hundemobil warst du spitze! Cabo und du, ihr wart von Anfang an Freunde. In deinem Kofferraum hat er sich immer sehr wohl und sicher gefühlt. Ihr zwei habt gut aufeinander aufgepasst.

Mit dir habe ich viele tolle Fahrten erlebt. Du hast Cabo und mich ganz oft ins Allgäu begleitet, warst mit uns an der Ostsee und sogar in der Uckermark. Dank dir, habe ich sehr viele schöne Ecken von Deutschland kennengelernt. Zuletzt waren wir gemeinsam in der Lüneburger Heide und am Darß.

Wie in jeder guten Beziehung lief es auch bei uns nicht immer rund. Meine Camping-Ambitionen hast du mir anfänglich sehr, sehr übel genommen. Kaum am Campingplatz angekommen, wolltest du dich nicht mehr von der Stelle bewegen. Jedes Mal mussten meine Freunde dir Starthilfe geben und dich vom Weiterfahren überzeugen. Du warst schon eine kleine Diva, so als Sportwagen auf dem Campingplatz.

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Mit dir machte ich noch lange nicht das, was ich wollte. Doch das war nur auf den ersten Blick so. Sobald ich wusste, was du am Camping nicht mochtest, habe ich das in deinem Sinne geändert. Wir haben uns arrangiert. Zum Schluss lief es super mit uns während der Camping-Urlaube.

Obwohl dein sportliches Fahrwerk nicht für viel Gepäck gemacht war, warst du dennoch ein kleines Raumwunder. So staunten meine Freunde und andere Camper nicht schlecht, als sie mich dabei beobachteten, was ich alles aus deinem drahtigen Heck hervorzauberte.

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Sicherlich wäre es mit Wohnwagen komfortabler beim Camping. Aber dafür fehlte dir erstens die Anhängerkupplung und zweitens hätte ich nie mit dir auf der Autobahn an meinen Freunden und ihren Gespannen vorbei düsen können. Das machte mir doch so viel Spaß.

Apropos düsen: Es war jedes Mal ein Fest für mich, dich über die freie Autobahn zu scheuchen. Dein 2,0 Liter TDI Motor hat immer alles gegeben. Nur als der Schlauch deines Turboladers sich mit einem lauten Knall verabschiedete, hast du mir etwas Angst gemacht. Zum Glück war eine Kfz-Werkstatt nicht weit und der Fehler schnell behoben.

Angst musste ich jedoch nicht haben, als Cabo und ich bei einem heftigen Sommergewitter am Pulvermaar in der Vulkaneifel nachts in deinem Bauch Schutz suchten, weil es uns im Zelt zu gefährlich wurde. In deinem faradayschen Käfig fühlten wir uns sicher, und eine Nacht auf Sportsitzen liegend zu verbringen, ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Jetzt bist du fast zehn Jahre alt und hast 112.400 Kilometer runter. Gebraucht habe ich dich übernommen als du 2,5 warst. Äußerlich merkt man dir dein Alter kaum an. Du hast dich gut gehalten. Auch wenn mein Vater oft an meiner Pflege für dich verzweifelte.

Doch die Wehwehchen häuften sich in diesem Jahr. Wenn das nicht so ins Geld gegangen wäre, hätte ich nie daran gedacht, mich schon jetzt von dir zu trennen.

Glaube mir, roter Flitzer, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Nicht nach all den schönen Jahren und Momenten mit dir. Dein Nachfolger fährt in große Reifenspuren.

Es ist wie mit einem guten Buch: Man ist traurig, wenn das letzte Kapitel gelesen ist. Doch man freut sich auf das neue Buch, das da vor einem liegt, und die vielen Kapitel, die kommen werden. An deine, roter Flitzer, werde ich gerne zurückdenken.

Danke für die schöne Zeit mit dir! Es war mir ein Vergnügen.

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