Kalte Schnauze – Hundeblog

Heckenlandroute – neue Tour und ungeahnter Muskelkater

Es war kurz vor 7 Uhr. Sanft holte mich mein Wecker aus dem Schlaf. Sofort merkte ich, dass mit mir etwas nicht stimmte. Meine Glieder waren steif, jede Bewegung schmerzte. Ich fühlte mich so, als hätte mich ein Lkw überrollt. Der Muskelkater war unerbittlich,  er zerrte an jeder Faser meines Körpers. Das Wochenende steckte mir in den Knochen – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch zurück auf Anfang:

Meine Freunde und ich haben beschlossen, die Wander-Saison zu eröffnen. Sonne und Temperaturen von 20 Grad Celsius am 8. März, dem Weltfrauentag, hätten für unser Vorhaben nicht besser können. Die Vorgaben für unsere erste gemeinsame Wanderung mit den Hunden waren denkbar einfach: eine 14 Kilometer lange Rundwanderung, maximal eine Stunde Anfahrt. Mit diesen Infos habe ich mich im Internet auf die Suche gemacht. Fündig geworden bin ich bei Eifelsteig.de. Die Heckenlandroute, einem Partnerweg des Eifelsteigs – Etappe 3, zwischen Simmerath und Monschau, erfüllte alle Kriterien; 14, 5 Kilometer,von Mönchengladbach 1 Stunde und 8 Minuten Anfahrt. Der Vorschlag kam in der Gruppe gut an. Einen Tag später ging es auch schon um kurz nach 11 Uhr mit Hunden, Wanderrucksack und Kameras bepackt von Rott in Eicherscheid/Simmerath Richtung Dedenborn, Einruhr, Rurtal.

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Heckenlandroute: Dort kann man sich nicht verlaufen. Alles ist sehr gut ausgeschildert.

Gemütlich schlängelte sich der Weg sanft hinab ins Rurtal. Zu unserer linken wurden wir vom Bommersbach begleitet, der trotz seines schmalen Bettes für eine angenehme Geräuschkulisse sorgte. Obwohl für diesen ersten sonnigen und warmen Frühlingstag viel Betrieb vorhergesagt war, waren wir fast allein auf weiter Flur. Im Rurtal angekommen, legten wir nach circa 3 Kilometern an einem Picknick-Platz eine kurze Pause ein. Eine Gruppe von Quad-Fahrern störte kurz aber heftig die Idylle an der Rur.

Weiter ging es Richtung Dedenborn, wo wir die L 106 überquerten. In dem Ort endete auch die Beschilderung der Heckenlandroute und es ging für uns weiter auf dem Eifelsteig, Etappe 3. Zur Sicherheit hatten wir uns den GPS-Track auf die Smartphones geladen. Doch die Route war sehr gut ausgeschildert, sodass wir nur pro forma auf den Track geschaut haben. Durch Mischwälder und an diversen kleinen Bachfällen vorbei führte uns der Weg.

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Kurz vor dem Ort Hammer, und ungefähr auf der Hälfte der Strecke, legten wir eine lange Pause ein. Obwohl es auf dem Wanderweg mindestens drei Einkehrmöglichkeiten gibt, haben wir eine Sitzbank in Beschlag genommen und es uns auf ihr sowie um sie herum gemütlich gemacht – Verpflegung hatten wir reichlich dabei. Was wir nicht wussten, war, dass wir diese Pause genau zum richtigen Zeitpunkt gemacht hatten. Denn als wir das Örtchen Hammer hinter uns gelassen hatten, ging es unerbittlich bergauf. Genauer gesagt auf 546 Meter. Da kamen wir Flachländer vom Niederrhein ganz schön ins Schwitzen und außer Puste. Ein erster Krampf machte sich trotz eingenommener Magnesium-Tablette in meinem linken, hinteren Oberschenkel breit. Der Puls hämmerte hart in meinen Ohren. Wie war das doch gleich mit den guten Vorsätzen und dem Sport im neuen Jahr?

Die Smartphones wurden wieder gezückt. Aber nicht, um zu sehen, ob wir noch „on Track“ waren, sondern vielmehr, um nach eine Abkürzung zu suchen. Doch unser persönlicher Drill Instructor Claudia pushte uns vorwärts. Eine gute Entscheidung. Denn sonst hätten wir die „Uhusley“ mit ihren markanten Felsen und dem unglaublichen Blick ins und über das Rurtal verpasst. Zwei Bänke laden den Wandererei ein, diese Aussicht etwas länger zu genießen. Aber auch die Felsformationen lohnt es genauer zu betrachten. Dafür überquerten wir noch zweimal die L 106 und gingen den mühsam erklommenen Berg wieder hinunter.

Kurz vor der Zielgeraden sammelten wir nochmals alle Kräfte, um den letzten Anstieg auf circa 550 Meter zu schaffen. Die Muskeln waren mittlerweile sauer, die Puste auch. 😉
Das war etwas schade, denn die Panoramablicke und die Fernsichten über das Heckenland von der Eicherscheider Hochfläche kamen dabei viel zu kurz. Fast wäre uns auch der Übergang vom Eifelsteig zurück zur Heckenlandroute nicht aufgefallen.

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Die Eicherscheider Hochfläche mit den für das Monschauer Land typischen Flurhecken.

Fazit

Nach knapp sechs Stunden kamen wir – vorbei an den für das Monschauer Land typischen Flurhecken, die der Route den Namen verleihen – wieder in Eicherscheid bei unseren Autos an. Der Mix aus romantischem Rurtal, steilen, bewaldeten Hängen, markanten Felsen wie der Uhusley sowie den urigen Orten sorgen für eine abwechslungsreiche und interessante Wanderung. Angenehm war es auch, dass die Tour trotz bester Wanderbedingungen überhaupt nicht überlaufen war. Die Heckenlandroute ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert!

ABER: Für dein Einstieg nach einer langen Winter-Wanderpause ist die Tour nur bedingt geeignet. Die Höhenmeter sind für Untrainierte nicht ohne. Etwas Kondition sollte also schon vorhanden sein, um die Route richtig genießen zu können. Wir haben die Messlatte jedenfalls ordentlich hochgelegt für das bevorstehende Wanderjahr. Für mich noch nicht ganz vorstellbar: Denn auch nach zwei Tagen zeigt der Muskelkater kein Erbarmen mit mir. 😀

Zahlen und Fakten

  • Gesamtlänge: 14,5 km
  • Wanderzeit: 4,5 Stunden
  • Hinauf: 534 m
  • Hinab: 542 m
  • Einkehrmöglichkeiten: ausreichend vorhanden
  • Wasser für die Hunde: durch Bäche und die Rur vorhanden, trotzdem ist eine extra Flasche Wasser für die Hunde ratsam

zum interaktiven Tourenplaner

Kurzbeschreibung

Links und rechts der Rur führt die Rundtour durch die Kulturlandschaft Monschauer Heckenland. Rund um Eicherschied trennen nicht Zäune, sondern weitläufige Flurhecken die Felder und grenzen somit das Vieh ein. Die abwechslungsreiche Tagestour führt über die Eichenscheider Hochfläche, von der man einen kilometerweiten Ausblick genießt, zu markanten Felsformationen wie der „Uhusley“ und hochgelegenen Aussichtspunkten, die tolle Fernsichten über das Heckenland oder das verschlungene Rurtal gewähren.

6 CommentsLeave a comment

  • So so, 9 Monate vor Weihnachten eröffnet ihr also erst die Wander-Saison 😀 Leider kenne ich diesen schönen Teil der Eifel bisher nur von Fotos aber vielleicht komme ich ja im nächsten Jahr auch einmal dort hin. Dein Wanderbericht und die Fotos sind super, man könnte tatsächlich „mit leiden“ bei den ersten Höhenmetern 😀

    Lg. Klaus

    • Hi hi, es ist ja nicht so, dass wir im Winter nicht wandern. Aber dann meist nicht im Rudel und auch eher bei uns in heimischen Gefilden. 😉 Und 9 Monate vor Weihnachten finde ich gar nicht soooo schlecht. 😀

  • Ich könnte ja jetzt lästern, hi hi
    Herrlich, ja auch ich konnte gut mitleiden.

    Besser ist im Winter fleißig weiter wandern, aber im Flachland ist das ja immer etwas anderes.

    Herrliche Fotos hast du gemacht, vielen Dank fürs Mitnehmen und viel Spaß bei deiner/eurer nächsten Wanderung.

    Einen lieben Abendgruß
    Elke

    • Du darfst ruhig lästern, Elke. Normalerweise sind 15 km kein Problem. Aber sobald die Höhenmeter dazu kommen, lässt meine nicht vorhandene Fitness grüßen. 😀 Aber so habe ich zumindest immer etwas zum Schmunzeln auf meinem Blog zu berichten.

    • Kann auch gut sein, dass ich das gesagt habe. LOL! Klassische Form von Selbstüberschätzung. 😀

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