Kalte Schnauze – Hundeblog

Ein Hobbit-Bungalow, sieben Maare und Walter: Ostern in der Vulkaneifel

Juhuuuu! Es geht in den Westerwald. Ja, so war der Plan für das verlängerte Osterwochenende. Doch das Wetter der vergangenen Wochen machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die Wiese unseres anvisierten Campingplatzes stand unter Wasser. Also keine Chance für meine Freunde mit Wohnwagen. Auf die Wohnmobilstellplätze auszuweichen, war laut der Dame an der Rezeption nicht möglich. Schade. Ein Bungalow für Cabo und mich wäre so kurzfristig noch frei gewesen.

Feriendorf Pulvermaar – die Zweite bitte

Wohin so kurzfristig vor Ostern? Der Campingplatz im Bergischen Land hatte keine Unterkünfte mit Hund mehr frei. Im luxemburgischen Mullerthal hätte ich weder einen MegaPod noch einen Pod mit Cabo mieten können. Hunde sind in den Unterkünften generell nicht erlaubt. „Sollen wir’s mal im Feriendorf Pulvermaar versuchen“, fragte ich meine Freunde. Dort waren wir vor drei Jahren über Fronleichnam, und es hatte uns gut gefallen.

Am Kraterrand des Pulvermaars befindet sich das Feriendorf (rechts).

Also schrieb ich Frank Fetten, den Betreiber des Feriendorfs, eine Mail. Ich fragte ihn, ob er so kurzfristig noch einen Bungalow mit Hund frei hätte, was es kosten würde und ob meine Freunde schon mit Wohnwagen kommen könnten. Und tatsächlich: Herr Fetten hatte für uns alle ein Plätzchen. Meine Freunde hätten sogar auch bei Schnee noch einen Bungalow haben können. Zum Glück sollten uns keine Wetterkapriolen erwarten.

Nachdem ich ein ausführliches Pamphlet über mehrere Seiten per Mail zugeschickt bekommen und den Preis für vier Übernachten irgendwo dazwischen entdeckte, sagte ich für das verlängerte Osterwochenende für mich und meine Freunde am Pulvermaar zu.

Ein vollausgestatteter Hobbit-Bungalow mit ganz viel Charme

Karfreitag ging es morgens gemütlich gegen 9.30 Uhr mit dem Ateca Richtung Gillenfeld bei Daun in den Landkreis Vulkaneifel. Vorsorglich hatte ich meine ganzen Camping-Utensilien – bis auf mein Zelt, die Luma und den Tisch – eingepackt. Herr Fetten hatte zwar geschrieben, dass der Bungalow für zwei Personen ausgestattet ist, aber was heißt das schon.

Schnell stellte sich vor Ort heraus, dass es keine leeren Versprechungen waren. Ich wurde freundlich von einer Dame an der Anmeldung begrüßt und zum Bungalow Nummer 4 geführt. Schon als sie die Tür zu meiner kleinen Unterkunft öffnete, wusste ich, dass ich mich dort mit Cabo sehr wohl fühlen würde.

Mein Bungalow Nr. 4 im Feriendorf Pulvermaar.

Die niedrige Deckenhöhe von maximal 1,90 m wirkte total gemütlich. Gut, für große Menschen ist das sicherlich nix. Aber ich als „Hobbit“ mit meinen 1,68 m kam damit prima klar. Damit es mir nicht zu kalt werden würde, bekam ich noch erklärt, wie ich den Katalytofen mit der Gasflasche bediene und schon konnte ich mich häuslich einrichten.

Tja, was soll ich sagen. Meinen Campingkram hätte ich getrost zu Hause lassen können. Es war alles in dem 34 Quadratmeter großen Bungalow vorhanden. Von einem Kühlschrank, Wasserkocher und zwei E-Platten sowie einer Kaffeemaschine über Gläser, Besteck, Geschirr, -handtücher, Spüli und Kochtöpfen bis hin zur Handseife, Staubsauger und Kehrblech. Nur die Kopfkissen und Bettdecken waren nicht so meins. Da war ich froh, mein eigenes Bettzeugs von daheim mitgenommen zu haben. Aber da bin ich auch kein Maßstab, weil ich in der Beziehung sehr pingelig bin. Handtücher und Bettwäsche sollte ich eh mitbringen, da war das kein Problem.

Direkt am Eingang befindet sich der Esstisch.

Wäre es sommerlich warm gewesen, hätte ich sogar einen Gartentisch mit Stühlen, Sonnenschirm und einer Liege sowie Auflagen zur Verfügung gehabt. Unfassbar, was dieser kleine Hobbit-Bungalow für tolle Überraschungen bereithielt.

Und sehr, sehr sauber war’s. Das gab es ein dickes Lob von mir. Überhaupt hatte ich es ganz, ganz toll angetroffen. Das habe in manchem Apartment nicht so erlebt und Herrn Fetten auch so gesagt. Selbst eine Ostertischdecke wurde mir in den Bungalow auf den Tisch gelegt. So kleine Details finde ich unglaublich charmant.

Bezahlt habe ich für vier Übernachten mit Hund, Strom, Gas sowie Endreinigung 164,50 Euro. Ganz ehrlich. Dafür hätte ich niemals nicht im Zelt frieren wollen.

Meine Freunde waren mit ihrem Campingplatz auch zufrieden. Übrigens haben sie im Feriendorf Pulvermaar die Campingsaison eingeläutet. Sie waren 2018 die ersten Camper auf dem Platz.

Fünf Tage und sieben Maare

In den fünf Tagen, die wir am Pulvermaar in der Vulkaneifel waren, haben wir es gemütlich angehen lassen. Es gab spät Frühstück, dafür sehr ausgedehnt. Unsere Wanderungen waren eher längere Spaziergänge. Aber mit einer 14 Jahre alten Hunde-Omi an unserer Seite, heißt es Rücksicht nehmen.

Überhaupt war dieses Slow-Motion-Wochenende sehr wohltuend. Selbst mein Handy-Internet-Empfang lies mich oftmals im Stich. Egal. Schließlich waren wir in das Land der Maare gekommen, um zu entspannen.

Eines der Dauner Maare: das Weinfelder Maar.

Ganz wunderbar ist uns das bei unseren Runden um die Dauner Maare „Schalkenmehrener Maar“ sowie das „Weinfelder Maar“, am Pulvermaar selbst, am Strohner Määrchen, am Meerfelder Maar am Holzmaar sowie am Dürres Maar gelungen.

Von jedem dieser Maare, ob Trockenmaar, Hochmoor oder den mit Wasser gefüllten Augen der Eifel geht eine Faszination aus. Kaum vorstellbar, wie es dort in der Vulkaneifel vor vielen Millionen Jahren gerumst haben muss. So entstand zum Beispiel vor 44 Millionen Jahren das Eckfelder Maar. Die zweite Phase vulkanischer Aktivitäten liegt nur eine Millionen Jahre zurück. Zuletzt vor 10.900 Jahren ist das Ulmener Maar entstanden.

Das Schöne an den Maaren ist, dass man viele von ihnen auf verschieden langen Rundwegen erkunden kann. Es ist fast überall möglich, die Wanderungen zu verlängern oder abzukürzen. Als Karte empfehle ich euch Nummer 20 des Eifelvereins „Daun – rund um die Maare“, im Maßstab 1:25.000 für neun Euro. Aber auch mit der App „Komoot“ könnt ihr euch auf den Wegen rund um die Maare orientieren.

Und wer ist Walter?

In Walter habe ich mich verliebt. Leider nicht so, wie ihr jetzt denkt. Walter ist ein Weltreisender und in sogenannten Wimmelbüchern ein wahrer Kinderheld. Über Ostern konntet ihr bei Google anstatt Eier den kurzsichtigen Jungen mit dem weiß-rot-gestreiften Ringelpullover mit Rucksack auf dem Rücken suchen. In sechs verschiedenen Levels und Welten hatte sich Walter mit seinen Freunden versteckt. Und wir hatten einen Abend im Wohnwagen viel Spaß bei seiner Suche nach ihm.

Ich war gleich so begeistert von dem kleinen Weltenbummler, dass ich mir ein Walter-Wimmelbuch für unterwegs gekauft habe. Die Suche nach ihm, seinen Freunden und vielen winzigen Gegenständen hat es mir angetan. Es wirkt sehr entspannend auf mich.

Fazit

Wie ihr an den Fotos sehen könnt, hatten wir trotz schlechtester Wetterprognosen über Ostern Glück. Die Sonne kam hin und wieder raus, wir konnten jeden Tag etwas unternehmen und abends regnete es mal.

Am letzten Tag hatte Birgit Geburtstag. Im Feriendorf Pulvermaar wird für wenig Geld ein leckeres Frühstück angeboten, das wir an diesem Tag in Anspruch nahmen.

Ich habe mich am Pulvermaar über Ostern sehr wohl gefühlt. Nur die erste Nacht war etwas unruhig, weil ein paar junge Halbstarke im Bungalow nebenan Party mit fetten Bass-Beats feierten. Ich habe es überlebt.

Das Feriendorf Pulvermaar ist für mich auf jeden Fall eine tolle Alternative, wenn es zum Zelten zu kalt und ungemütlich ist. In der Hauptsaison solltet ihr allerdings beachten, dass es auf dem Campingplatz sehr voll und teilweise auch laut werden kann. Zum Wandern ist die Gegend rund um Gillenfeld ideal. Wer mag, kann sogar geführte Wandertouren direkt ab Feriendorf mitmachen.

Pulvermaar, die Dritte? Auf jeden Fall!

Kleiner Tipp: Wer in Gillenfeld im urigen Ambiente lecker essen möchte, dem empfehle ich den Irish Pub. Wir haben dort hervorragende Burger mit regionalem Fleisch gegessen. Die Bedienung war auf Zack und sehr freundlich. Anscheinend traf sich dort am Ostersonntag ganz Gillenfeld. Der Pub war gut besucht mit gemischtem Publikum. Sehr schön!

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Liebe Silvana,
    das klingt nach sehr entspannten Tagen! Die Landschaft mit den Maaren sieht wirklich besonders aus. Ich kann mir gut vorstellen, dass dort jedes Wetter seine eigene Stimmung hat. Auch dieser Hobbit-Bungalow ist der Hit. Toll, dass es auf diesem Campingplatz so spontan geklappt hat. Du hast mich allerdings neugierig gemacht: Welches 4-seitiges Pamphlet gibt es bei einer Buchung zum Lesen 😉 ? Wieder mal ein sehr unterhaltsamer Bericht mit tollen Fotos. Danke dafür und liebe Grüße von Andrea

    • Ich glaube am Ende hatte ich sechs Seiten ausgedruckt. In der Mail allein steckten schon so viele Infos. Und dann kamen die Anhänge wie Platzordnung, Frühstückskarte etc. noch hinzu. Ich vermute jedoch, dass ich diese Infos per Post bekommen hätte, wenn ich nicht so kurzfristig mit der Buchung um die Ecke gekommen wäre. Wir waren wirklich spät dran, weil wir das Wetter abwarten wollten. Letzten Endes konnten wir uns auf das Wetter eh nicht verlassen. Dass wir so ein Glück haben sollten, damit hatte niemand von uns gerechnet. Die Landschaft mit ihren Maaren ist wirklich faszinierend. Vor allem im Frühling bzw Frühsommer. Dann erstrahlen die Maare in einem satten Blaugrün.

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