Kalte Schnauze – Hundeblog

Hello again!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Uns geht es gut! Die längere Blog-Auszeit habe ich gebraucht. Ich musste mich sortieren, wiederfinden, einen anderen, eigenen Weg für Javi und mich finden. Der plötzliche Tod von Cabo hat mich mehr erschüttert, als mir lieb war. Sich das einzugestehen, es zuzulassen und eine Lösung dafür zu finden, war ein langer Prozess. Ich habe mich zurückgezogen. Hier auf dem Kalte Schnauze Blog, aber auch privat. Das brauchte ich.

Irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, an dem ich mir selbst auf den Keks gegangen bin. Zusätzlich habe ich den ein oder anderen Tritt in den Allerwertesten bekommen. Das tat manchmal ganz schön weh. Es hat mich auch geärgert. Doch es war nötig, um wieder zu mir zu finden. Solche Phasen sind doof, aber gehören wohl zum Leben dazu. Das Schöne ist, dass nach ganz viel Regen auch wieder die Sonne scheint.

Wie geht es Javi?

Mit Javi gehe ich vierteljährlich zum Tierarzt zur Blutkontrolle, um seinen Leishmaniose-Status checken zu lassen. Bislang ist alles im grünen Bereich und die Krankheit ist nicht ausgebrochen. Da klopfe ich immer dreimal aufs Holz und wünsche mir für ihn, dass es auch so bleibt.

Allerdings bekommt Javi nach wie vor Allopurinol (ein Gicht-Medikament aus der Humanmedizin, dass bei Leishmaniose vereinfacht gesagt, die Leishmanien daran hindert sich zu vermehren). Dieses Medikament hat den Nachteil, dass es bestimmte Harnsteine begünstigt. Darum muss ich Javi speziell – purinarm – ernähren. Das ist für mich nach wie vor umständlich und mit vielen Einschränkungen bei der Fütterung verbunden. Zum Beispiel darf er nur sehr wenige Innereien haben, am besten nur Muskelfleisch und Kauartikel sind eigentlich komplett tabu. Und ich muss darauf achten, dass Javi viel trinkt, um einer möglichen Kristallbildung im Urin entgegenzuwirken. Aber auch daran gewöhne ich mich – irgendwie.

Javi in Positur.

Häufig werde ich gefragt, wie es Javis Hüfte geht. Dank regelmäßiger Physioübungen für Muskelaufbau, Balance und Koordination kann ich sagen, dass wir die HD befriedigend im Griff haben. In unseren Aktivitäten sind wir bisher nicht wirklich eingeschränkt. Allerdings achte ich schon darauf, dass ich Javi nicht zu viel zumute und bin in der Hinsicht nicht so unbeschwert, wie ich es zu Cabos Zeiten war. Mittelfristig will ich für Javi eine Lösung finden, mit der er lange beschwerdefrei und ohne eine große Hüft-OP leben kann. So schweben mir nach wie vor Goldimplantate für meinen Jungen vor.

Aber eines nach dem anderen. So wie es aussieht, bekommen wir gesundheitlich noch eine dritte Baustelle dazu. Dazu waren wir gestern bei einer Spezialistin, um das abklären zu lassen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, ist das kein Weltuntergang und gut zu behandeln. Es ist dann „nur“ ein weiterer Kostenpunkt auf unserer Tierarzt-Rechnung.

Das klingt in der gesundheitlichen Summe nach einem mauen Ergebnis. Wer Javi jedoch sieht, würde niemals darauf kommen, dass er diese Baustellen hat. Er ist ein fröhlicher, aufgeweckter Hundejunge, der jeden Tag gute Laune verbreitet und jeden mit seinem Charme um die Pfote wickelt. Was Javis Charakter betrifft, habe ich den Jackpot – oder wie der Spanier sagt: el Gordo – geknackt. Und das zählt für mich!

Wie sieht es mit dem Camping bei uns aus?

Wegen Corona halten sich unsere Camping-Abenteuer 2020 leider in Grenzen. Dreimal waren Javi und ich mit Mr. Weinsberg auf Tour. Über Pfingsten im Bergischen Land, im Juni eine Woche im Saarland und im August zwei Wochen im Weserbergland. Unser verlängertes Osterwochenende in Groede mit der Hundetruppe mussten wir leider auf 2021 verschieben. Und spontane Wochenend-Trips waren häufig zeitlich, aber auch Corona-bedingt spontan nicht immer möglich.

Trotzdem habe ich die Campingausflüge dieses Jahr sehr genossen. Ich bereue es zu keiner Zeit, mir den Wohnwagen gekauft zu haben. Meine anfänglichen Bedenken, nicht alleine mit Mr. Weinsberg zurechtzukommen, haben sich in Luft aufgelöst. Das Handling klappt prima. Auch das Rückwärtsfahren mit Gespann verursacht in meinem Hirn keine Fragezeichen mehr. Ich mag meinen Wohnwagen sehr und habe noch jedes Mal, wenn ich ihn betrete ein freudiges Kribbeln im Bauch.

Javi ist nun vollkommen in seiner Rolle als Camping-Hund angekommen. Er liebt unsere Ausflüge, den Wohnwagen und die gemeinsame Zeit auf den Campingplätzen.

Wandere ich noch?

Jein. Ich bin definitiv nicht mehr so aktiv, wie ich es war, als Cabo noch lebte. Trotzdem kann ich schon jetzt auf ein paar sehr schöne Wanderungen in 2020 zurückschauen. So haben Javi und ich im Juni vier Traumschleifen im Saarland erwandert. Einmal waren wir bereits in der Eifel und sind dort mit Begleitung von Javis spanischen Kumpel Dexter nebst Frauchen die Themen-Tour 1 gegangen.

Auch zu Hause sind wir beide fleißig unterwegs und haben durch Corona vor der Haustüre schöne, neue Strecken entdeckt.

Sind Javi und ich zu einem Team geworden?

Am 24. November ist Javi zwei Jahre bei mir und Cabo am 29. Oktober zwei Jahre tot. Javi hatte es in dieser Zeit nicht leicht mit mir. Für mich war seine frühe Adoption nach Cabos Tod ein Segen. So hat er mir doch ein Stück Normalität zurückgegeben, die ich durch Cabos unerwarteten Tod mit einem Schlag verloren hatte.

Für Javi war die frühe Adoption eher Mist. Ich war nicht der Fels in der Brandung, den er zu Beginn so dringend benötigt hätte. Ich war noch viel zu sehr in meiner Trauer gefangen, habe ihn kaum wahrgenommen und ihn vor allem nicht so angenommen, wie er ist. Da bin ich meiner Muddi unendlich dankbar, dass sie das alles aufgefangen hat, als ich noch nicht bereit war loszulassen. Sie hat von Anfang an gesehen, was für ein toller und sensibler Hund Javi ist.

Javi im Oktober 2010.

Javi im Oktober 2020.

Heute sehe ich, was Javi für ein Geschenk ist. Damals habe ich gesagt, dass er in große Pfotenabdrücke tritt. Das war völliger Quatsch. Javi braucht in keine Pfotenabdrücke von Cabo zu treten. Er macht seine ganz eigenen. Ich vergleiche nicht mehr. Und wenn, dann sind das positive Vergleiche.

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass nach Cabo wieder ein Hund so sehr mein Herz berührt. Doch Javi hat nicht locker gelassen. Ich brauchte nur etwas Zeit …

Wie geht es auf dem Kalte Schnauze Blog weiter?

Da möchte ich mich nicht festlegen. Ich mag mir keinen Druck mehr machen, wöchentlich, alle zwei Wochen oder einmal im Monat einen Blogbeitrag zu schreiben. Ich möchte mir das offen lassen und schreiben, wenn ich Lust dazu habe und es passt. Wer häufiger etwas lesen oder sehen will von uns, der besucht uns auf Instagram @kalteschnauze.

Jedenfalls freue ich mich über alle, die zwischendurch mal nachgefragt haben, wie es uns geht und die nach wie vor hier lesen, obwohl im April der letzte Blogbeitrag erschienen ist. Danke!

8 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Liebe Silvana,
    wie schön, dass Du mal wieder einen Blogbeitrag geschrieben hast – und dann noch einen so schönen. Ich freue mich sehr für Dich und Javi, dass Ihr immer mehr zu einem Traumteam zusammenwachst und wünsche Euch sehr, dass Javis diverse „Baustellen“ im Griff bleiben.
    Viele Grüße
    Martina

    • Vielen Dank, liebe Martina. Es hat Spaß gemacht, den Blogbeitrag zu schreiben. Endlich wieder! Lieben Dank auch für deine Wünsche, die Javis Baustellen betreffen. Ich hoffe, ich finde immer die für ihn beste Lösung. LG Silvana

  • Liebe Silvana, ich habe mich richtig gefreut, heute wieder etwas von Dir lesen zu dürfen. Dazu die wunderbar gemachten Fotografien. Ich wünsche Dir und Javi Mut und Lebensfreude. Du bist nicht allein!

    Herzliche Grüße aus Bremen
    von Lotta und Jürgen

    • Danke, Shirley. Es wird schon werden. Ich habe lange genug den Kopf in den Sand gesteckt. Das verbaut einem die Sicht auf die schönen Dinge.

  • Hi Ihr Zwei,
    einfach schön mal wieder von euch zu hören. Und so Positives in diesem schwierigen Jahr .
    Genießt das Leben und bleibt gesund .
    Holger und henry

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