Kalte Schnauze – Hundeblog

Wer jetzt einen Blogbeitrag erwartet, der vor technischen Details nur so strotzt, der braucht nicht weiterlesen. Wer allerdings einen ehrlichen Erfahrungsbericht über die Olympus E-PL8 sucht und wissen will, wie sich die Systemkamera beim Wandern und auf Reisen macht, der ist hier genau richtig.

Vor knapp einem Jahr habe ich mir die Frage gestellt, welche Kamera die besten Fotos beim Wandern und auf Reisen macht. Zur Auswahl standen damals für mich

  • die Sony Alpha 6000,
  • die Canon PowerShot G7x Mark II
  • sowie die Olympus PEN E-PL8.

Warum, wieso, weshalb, könnt ihr in dem Beitrag vom 7. März 2017 nachlesen.

Entschieden habe ich mich schließlich für die Olympus. Die PowerShot G7X Mark II von Canon war relativ schnell aus dem Rennen. Sie war mir optisch meiner alten PowerShot S120 zu ähnlich. Wenn schon eine neue Kamera, dann eine vollkommen neue Optik sowie eine andere Haptik.

Anders als erwartet, hat bei mir auch nicht die Vernunft gesiegt. Die hätte sich nämlich für die Sony Alpha 6000 entschieden. Mit dieser Kamera liebäugelte ich bereits seit mehr als einem Jahr. Wäre eine große Reparatur an meinem alten Auto nicht dazwischen gekommen, wäre diese Systemkamera längst in meinem Besitz gewesen.

Warum ich mich als Outdoorbloggerin für eine „Tussi“-Kamera entschied

Nun war da noch die Olympus PEN E-PL8. Damals im März  2017 relativ neu auf dem Markt, von den einschlägigen Test-Experten als gut empfunden und mit einem Äußeren versehen, das das Tussi-Herz in mir höher schlagen ließ.

Die Olympus PEN E-PL8 im schicken Retro-Look.

Ich gebe zu, die Retro-Optik der Kamera hatte es mir von Anfang angetan. Da war es egal, dass die Macher dieser Systemkamera hübsche und hippe Modebloggerinnen als Zielgruppe im Sinn hatten und weniger Wander- bzw. Hundebloggerinnen, die mit Marken wie Fritzi von Preußen oder Kapten & Son nichts anfangen können. Dafür aber genau wissen, welche Konsistenz der Output des Hundes und welche Wassersäule die Outdoorjacke hat.

Kurz ging ich im Fotogeschäft meine Must-haves der neuen Kamera durch:

  • leicht
  • so klein, dass sie in die Jackentasche passt
  • sehr gute Bildqualität, egal bei welchen Wetterverhältnissen
  • hin und wieder Fotos in Bewegung möglich
  • ein klappbares Touch-Display
  • Panoramafunktion
  • Wifi-Funktion, um Fotos schnell auf das Smartphone ziehen zu können

Hinter allen Punkten konnte ich einen Haken machen. Allerdings wurde bei der Panoramafunktion geschummelt. Die Olympus PEN E-PL8 erstellt eigenständig keine schönen Panoramas. Sie bietet dir nur die Möglichkeit, Fotos so aufzunehmen, dass du sie hinterher bei der Bildbearbeitung zu einem Panorama zusammenfügen kannst. Doof, aber das konnte ich verschmerzen. Erwähnte ich schon die tolle Retro-Optik der Kamera!?

Das Kit-Objektiv M.ZUIKO DIGITAL 14-28mm ist ultraflach und passt nicht nur in eine kleine Kamera-, sondern auch in die Jackentasche.

Genau die wurde im Fachgeschäft zum Problem. Eigentlich wollte ich die Olympus im schicken Braun haben. Ausverkauft! Spontan auch nicht woanders zu beziehen. Schwarz kam für mich nicht infrage. Blieb nur noch weiß. Oje … Eine Outdoor-Kamera in der für Dreck und Schmutz am ungeeignetsten Farbe. „Komm, pack ein! Ich nehme die Kamera.“

Habe ich den Kauf bereut?

Ganz klar, nein! Bereits einen Monat später hatte ich während eines verlängerten Oster-Wochenendes die Gelegenheit, die Olympus auf ihre Reisekamera-Tauglichkeit hin zu testen. Meine Spiegelreflex ließ ich bewusst zu Hause. Vermisst habe ich sie keinen Moment. Und das, obwohl die Olympus und ich uns noch gar nicht richtig kannten.

Was ich an der Olympus PEN E-PL8 schätze

Den Automatikmodus. Für mich kam dieser vor der Olympus nicht infrage. Das hat doch nichts mit fotografieren zu tun, wenn man die Kamera alles allein entscheiden lässt. Die Olympus hat mich eines Besseren belehrt. Ihr Automatikmodus macht für mich verdammt viel richtig. So nutze ich ihn auch heute noch gern, wenn ich keinen Bock habe, mich durch die Untiefen des Kameramenüs zu wurschteln.

Das klappbare 3,0-Zoll-Display. Was habe ich das bei meinen alten Kameras vermisst. Kein umständliches Verrenken oder Verbiegen mehr. Schöne Motive mit ungewöhnlichen Perspektiven haben nichts mehr mit einem geglückten Schnappschuss zu tun, sondern gelingen auf Anhieb. Selbst die Selfie-Funktion, bei der das Display um 180-Grad ausgeklappt werden kann, nutze ich mittlerweile gern. Obwohl ich gar kein Freund von Selfies bin.

Das Klappdisplay im 45-Grad-Winkel.

Das Display ist um 180-Grad ausgeklappt, um Selfies machen zu können.

Der Touchscreen. Der eine mag ihn, der andere nicht. Ich gehöre zur ersten Spezies. Ich finde es super, mit dem Finger den Fokuspunkt wählen zu können oder direkt über das Display auszulösen. Klappt bei der Olympus PEN E-PL8 sehr zuverlässig.

Die Wifi-Funktion. Ich liebe sie! Und mag sie nicht mehr missen. Mal eben von überall unterwegs Fotos von der Olympus auf das Handy ziehen und dort flott bearbeiten. Warum ich nicht sofort mit dem Smartphone Fotos mache, werden sich einige fragen. Ganz einfach: Mit dem Handy knipse ich. Mit der Kamera fotografiere ich. Für mich ist das vom Handling und vom Gefühl ein ganz anderes.

Die Steuerung über das Smartphone mit der App „Olympus Image Share“. Da ich häufiger mit Cabo allein unterwegs bin, habe ich nun endlich die Möglichkeit, Fotos von uns beiden über das Handy zu steuern. Mithilfe der App kann ich Einstellungen an der Kamera vornehmen und Fotos über Fernsteuerung aufnehmen. Mit Olympus Image Share aktiviere ich übrigens auch die Wifi-Übertragung von der Kamera auf das Smartphone.

Mit dem Smartphone via Olympus Image Share ausgelöst.

Die Bildqualität. Da gibt es für mich nichts zu meckern. Sie ist zwar wieder ganz anders als die meiner Spiegelreflex, aber da liegen auch ein paar Jahre Weiterentwicklung dazwischen. Ich bin mit der Bildqualität, selbst bei schlechtem Wetter, zufrieden. Auch der Bildstabilisator ist prima. Genau wie ich mir das gewünscht habe. Als Beispiele könnt ihr euch diesen Blogbeitrag aus dem Bergischen oder diesen von drei Traumschleifen im Saarland ansehen.

Die Größe und das Gewicht. Mit 374 Gramm (ohne Objektiv) und Abmessungen von 117,1 x 68,3 x 38,4 mm hat sie für mich zum einen genau das richtige Gewicht, um sie beim Tragen kaum zu spüren. Mein Nacken freut sich. Zum anderen ist so groß, dass ich schon eine richtige Kamera in der Hand halte, sie aber trotzdem noch in der Jackentasche verstauen kann.

Größe und Gewicht sind optimal für mich. Nur der Objektivdeckel könnte schnell verloren gehen.

Das Kit-Objektiv M.ZUIKO DIGITAL 14-42mm 1:3.5-5.6. Pancake mit 3-fach optischem Zoom. Da die Olympus PEN E-PL8 über einen Micro Four Thirds Sensor verfügt, muss man hier umrechnen. 14-42mm entsprechen bei einer 35-mm Kamera 28-84mm. Das Objektiv ist ein sehr schmales Zoomobjektiv, das mir bei Reisen oder auf Wanderungen zugute kommt und einen sehr guten Job macht.

Kit-Objektive haben oft keinen guten Ruf. Das kann ich bei dem Pancake nicht bestätigen. Es macht scharfe Fotos und der Zoom reicht für mich vollkommen. Nur der Objektivdeckel ist etwas klein geraten und kann nirgends befestigt werden. Wer nicht aufpasst, kann den Deckel schnell verlieren.

Was ich an der Olympus PEN E-PL8 optimieren würde

Die Panoramafunktion. Wie oben schon beschrieben, ist diese also solche nicht zu bezeichnen. Keine Ahnung, warum Olympus ausgerechnet an dieser Stelle gespart hat. Selbst mein Huawei P10 macht ordentliche Panoramas. Das muss eine Kamera auch können. Ich habe jedenfalls keine Lust, die Fotos nachträglich in Photoshop zu einem Panorama zusammenzusetzen.

Die Videofunktion. Die ist rudimentär vorhanden. 4k-Videos: Fehlanzeige. Lediglich Full-HD ist möglich. Einen Mikrofonanschluss gibt’s auch keinen.

Die Bedienelemente. Oben auf der Kamera gibt’s zwei Einstellräder. Über Nummer 1 sind die Modi wie Manuell, Blendenautomatik, Verschlusszeitautomatik, die Szenenprogramme oder die Artfilter zu steuern. Über Nummer 2 können Blende und Verschlusszeit justiert werden. Die restlichen Knöpfe könnten für meine Geschmack etwas größer sein.

Den Funktionsumfang. Ich behaupte, dass ich nach fast einem Jahr, maximal 45 Prozent des Funktionsumfangs nutze bzw. kenne. Allein 25 Motivprogramme stehen mir für Fotos zur Auswahl. Außerdem gibt es unter anderem zwei Aufnahmemenüs, ein Wiedergabemenü und ein sehr umfangreiches Anwendermenü. Das ist zu viel des Guten für mich. Wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe, schaltet mein Gehirn auf Standby. Reizüberflutung und keine Geduld, mich damit auseinanderzusetzen.

Der Autofokus. Bei Bewegungsfotos stehe ich nach wie vor mit ihm auf Kriegsfuß. Vielleicht bin ich aber auch von meiner Spiegelreflex verwöhnt. Cabo in Bewegung mit der Olympus ist für mich noch ein Glücksspiel. Das ärgert mich. Denn eigentlich kann ich Bewegungsfotos. Vielleicht blicke ich durch die einzelnen AF-Modi noch nicht durch. Die sind doch ganz anders, als ich sie von Canon gewohnt bin.

Akkulaufzeit. Bisher bin ich mit einem Akku über mehrere Tage im Urlaub zurecht gekommen. Ich finde das immer schwer zu beurteilen, da jeder eine Kamera anders intensiv nutzt. In Tests ist von bis zu 550 Aufnahmen die Rede. Die Olympus PEN E-PL8 soll damit im Mittelfeld liegen.

Und was macht das weiße Gehäuse?

Ihr könnt mir das nun glauben oder nicht: Die Olympus erstrahlt nach wie vor im schönen Weiß. Ich bin ihr noch nie mit einem Lappen zu Leibe gerückt. Das Metall-Gehäuse im Retro-Look macht überhaupt einen sehr wertigen Eindruck.

Die Tussi in mir nickt selbstzufrieden, weil sie es schon immer gewusst hat.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Das kann ich alles tatsächlich nur unterschreiben!
    Ich war im letzten Jahr auch auf der Suche nach einer kleinen kompakten Systemkamera weil ich nicht immer meine Spiegelreflex mitschleppen mag! Das Modell von Olympus ist mir durch die retro-Optik auch aufgefallen aber…. da fiel mir Dein erster Bericht in die Hände und ich dachte: na, dann schlag mal zu! Ich habe sie leider nicht in schwarz bekommen sondern auch „nur“ in weiß! Anfangs dachte ich auch dass es ein Problem wird, habe aber nun bis heute nichts daran zu meckern :)
    Ich bin nach einem 3/4-Jahr nach wie vor auch noch sehr zufrieden mit der Kamera. Ich habe mich noch nicht in alle Funktionen 100%ig eingearbeitet aber das kommt ja evtl noch!

    Danke nochmal für den Tip im letzten Jahr :)

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

    • HI Steffi,
      alle Funktionen zu kennen, finde ich recht sportlich. Es sind einfach sooooo viele. Und die Frage ist auch, braucht man die für sich persönlich alle? Freut mich auf jeden Fall, dass ich dir einen Tipp geben konnte.
      Liebe Grüße an das Cocker-Rudel zurück!

Schreibe einen Kommentar

Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Die mit mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.